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Schreiblese-Fibel : auf Grund zusammenhängender Anschauungskreise und mit Benützung phonetischer Grundsätze / bearb. von Karl Streng, Franz Wollmann und Karl Wintersperger
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5. Sei ehrlich'.

Heinrich fand auf der Straße ein Messer. Er besah esund freute sich darüber; denn das Messer hatte zwei Klingenund eine schone Schale. Er ging beiseite und schnitt sich eineNute aus der Hecke. Da kam ein Mann des Weges, der blickteauf den Boden, als ob er etwas suche. Heinrich sah denMann und dachte:Gewiß hat der das Messer verloren."Er trat zu dem Manne hin und fragte, was er suche.EinMesser mit zwei Klingen in einer weißen Schale," sprach derMann. Da griff Heinrich in die Tasche und gab dein Mannedas Messer, das er gesunden hatte.

Nach Scherr.

6. Der Kaiser in der Schule.

1. Einmal kam unser guter Kaiser in ein kleines Gebirgs-dors. Alle Leute freuten sich darüber; die Häuser wurden mitBlumen und Reisig geschmückt, Fahnen wurden ausgesteckt intbdie Dorfmusik spielte lustige Märsche. Nachdem der Kaiser in derDorfkirche ein Gebet verrichtet hatte, ging er in die Schule.Der Herr Lehrer ließ die Schüler lesen und rechnen und fragtesie um alles, was sie gelernt hatten. Jedes Kind wußte etwas,am besten aber antwortete Hermann, der Sohn eines armen

'Bergmannes. Das gefiel dem Kaiser. Er fragte deshalb, wieder Knabe heiße und wer seine Eltern seien. Einer von denHerren, die mit dem Kaiser gekommen waren, mußte denNamen und die Wohnung von Hermanns Eltern aufschreiben.Dann verließ der Kaiser die Schule und auch das Gebirgsdorf.

2. Es vergingen Monate; schon kam das liebe Weihnachts-sest herangerückt. Da betrat eines Tages der Postbote dasHäuschen, worin Hermann und seine Eltern wohnten, undbrachte eine große Schachtel aus Wien für den Knaben. Inder Schachtel waren Kleider und viele schöne Spielsachen. Auch