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Reinhold Koser.
aus dem Sumpf emporgezogeuen Neulandes entgegenzunehmen.1252 Familien sollten nach Friedrichs Anschlage hier mit Grundbesitzausgestattet werden. Er sprach von einer Provinz, welche er im Friedenerobert, welche die Betriebsamkeit der Dummheit und Trägheit abge-rungen habe. Der Unverstand hatte sich allerdings der angebotenenWohltaten hartnäckig genug zu erwehren gesucht. Gegen manche Ort-schaften mußte Waffengewalt aufgeboten werden, ehe sie ihre Kähnezur Erdabfuhr stellten, und als die Bewohner der alten Bruchdörfer beiWriezen vernahmen, daß ihr fischreicher Flußlauf, die fülle Oder, zuge-schüttet werden sollte, beschworen sie den König „in größter De- undWehmut alleruntertänigst fußfälligft als ein höchst erschrockenes undden letzten Streich befürchtendes Heer," er möge ihren „draus ohnfehl-bar entspringenden Untergang landesväterlich zu Herzen nehmen." Denwehklagenden Bittstellern ward die Antwort, sie möchten zunächst dieWirkung abwarten und sich melden, wenn sie wirklich Schaden gelittenhätten. Sie sind dann mit reichlichen Anteilen an dem gewonnenenfetten Nährboden entschädigt worden.
Auch in Pommern war inzwischen der Strombau und die Anlagevon Bruchdörfern rüstig gefördert worden. Das ergiebigste Siedlungs-gebiet aber war in dieser Provinz der unendliche Wald. Die Entwürfehat hier zum Teil Fürst Moritz von Dessau, ein tüchtiger Staatswirtgleich seinem Vater Leopold, von seinem Standquartier Stargard ausdem Könige geliefert. Weite Forstreviere wurden nun zu Feldflurenausgemessen, Jahr auf Jahr ward gelichtet und gerodet, gezimmert undgepflügt. Schwierigkeiten bereitete der Absatz der massenhaft gefälltenStämme, die Holzflößer auf der Oder boten immer geringere Preise,der Stettiner Kammerpräsident Aschersleben war ratlos. Der König,auch hier in das einzelnste eingreifend, entsandte den Kolberger Steuer-rat nach Kopenhagen, um dort Lieferungsverträge für größere Holz-mengen abzuschließen; er verfügte außerdem, daß auf jeder neu ausge-legten Dorfmark zunächst immer nur ein Feld gerodet werden sollte,das zweite und dritte — denn noch hielt man an der Dreifelderwirtschaftfest — erst im nächsten und übernächsten Jahre. Im Herbst 1753 unter-warf Fürst Moritz im königlichen Auftrage die neuen pommerschenDörfer einer großen Musterung. Wo er in diesen Oktobertagen zu Wagenoder zu Kahn eintraf, mußte ihm in Tabellenform eine Übersicht derHäuser und ihrer Bewohner, des Viehstandes und der Ackerverteilungeingehändigt werden; dann überzeugte er sich mit sicherem Blick, ob allesim Dorf so vorhanden war, wie es hier auf dem Papier stand, ob manauch das Schulhaus und den Friedhof nicht vergessen hatte, ob die Gärteneingezäunt und die Felder abgegrenzt waren und ob die Brunnen gutesTrinkwasser gaben. Bei der Benennung dieser pommerschen Kolonienbot sich Gelegenheit, hervorragenden Beamten und Offizieren eine Auf-merksamkeit zu erweisen. Die damaligen Minister des Generaldirektors