Band 
I. Teil. Von der germanischen Urzeit bis zur französischen Revolution.
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Friedrich der Große nach dem Siebenjährigen Kriege.

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„Sei Er stille und lasse Er mich reden. Hat Er Crayon? — Nun, so schreibeEr auf: die Herren sollen aufsetzen, wieviel Roggen zu Brot, wievielSommersaat, wieviel Pferde, Ochsen und Kühe ihre Kreise höchst nötigbrauchen. Überlegen Sie das recht, und kommen Sie übermorgen wiederzu mir." In der Zwischenzeit führte der alte Eichel mit einigen Ver-trauensmännern die Besprechung fort; er zeigte ihnen „ganze Bände"von Unterstützungsgesuchen. Nicht alle Bitten ließen sich erfüllen, aberwenigstens so weit konnte der Not gesteuert werden, daß, wie Nüßleranerkannte, „kein Untertan zugrunde ging".

Die Arbeit schien kein Ende nehmen zu wollen. Auch im kleinen undkleinsten wurde das Eingreifen des Königs verlangt, seine Geduld wurdebisweilen auf eine harte Probe gestellt. „Sie schreiben mir von Wachs-lichtern," antwortet er am 14. April dem Marquis d'Argens, „undhier spricht man mir von Heringen. In der Tat, darum verlohnte essich, Krieg zu führen, daß ich auf meine alten Tage zum Krämer werdensoll. Ich gehe auf das große Ganze, mein Lieber, ich ordne den Münzfußund andere Dinge von größerer Bedeutung für den Staat; Brot undFleisch gehören zu dieser Kategorie, aber Heringe, Stiefeln und Wachs-lichter werden von selbst in Ordnung kommen, wenn die Hauptsache ge-regelt ist. Adieu, mein Lieber, ich habe den ganzen langen Tag gerechnet,ich bin müde."

Ende April war die Masse der dringendsten Geschäfte so weit auf-gearbeitet, daß er sich bei dem schönen Frühlingswetter ein paar Er-holungstage in Sansfouci gönnen durfte. „Wirklich," schreibt er dortam 12. Mai, „jetzt ist die Zeit, da es aus dem Lande am schönsten ist,wenn man jeden Tag Knospen und Blüten und das Fortschreiten allerSchöpfungen der Natur schaut, die miteinander zu wetteifern scheinen,um ihren Nährboden und alle Fluren zu schmücken. Ich spreche mit Ent-zücken davon, da ich schon seit acht Tagen dies reizende Schauspiel hiergenieße." Er segne den Himmel, gesteht er einige Wochen später demPrinzen Heinrich, daß er jetzt nur dummes Zeug als Stoff für seineBriefe habe: „das ist mehr wert als Feldzugspläne im Vorrat für dreioder vier vorauszusehende Verzweiflungsfälle."

Längere Ruhe durfte er erst nach Beendigung der Rundreise durchdie Provinzen — nur Ostpreußen erhielt keinen Besuch — erhoffen. Dasnächste Ziel war Pommern. Stargard, Greifenberg, Treptow, Kolbergwurden besichtigt, in Kolberg mit besonderer Aufmerksamkeit die Stättender wiederholten rühmlichen Verteidigung. „Ich habe," schreibt derKönig am 26. Mai nach der Wiederankunft in Berlin,„die vom Kriegeam schwersten geschädigten Gegenden durcheilt und habe getan, wasvon mir abhing, um ihnen wiederaufzuhelfen. Obgleich manche Land-striche sehr gelitten haben, ist das Unheil nicht so groß, wie es die Über-treibung gemacht hat, und ich schmeichle mich, daß Pommern in zweiJahren bevölkerter und besser imstande sein soll, als vor dem Kriege. Die