Band 
I. Teil. Von der germanischen Urzeit bis zur französischen Revolution.
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Die französische Revolution.

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werden. Die Regierung, die durch dieses Verlangen in die größte Ver-legenheit geriet, nahm zu verschiedenen Ausflüchten ihre Zuflucht; denn,wenn diese altaristokratischen Elemente berufen wurden, so war dasKönigtum in jeder Weise beschränkt, und es würde eine beschränkte Mon-archie im alten Sinne des Wortes zustande gekommen sein. Die Regie-rung erklärte sich bereit, die Stände erst nach vier Jahren zu berufen;aber daran war nicht zu denken, denn die Aristokratie glaubte, jetztoder nimmer sei die Zeit gekommen, um sich neben der Regierungaufzustellen.

Wenn man nun die alten Stände nicht haben wollte, wie konnte manüberhaupt die Stände bemfen? Die Stände bestanden aus Adel, Geist-lichkeit und Bürgern. An der Geistlichkeit ließ sich nichts ändern, am Adelebensowenig; also meinte die Regierung, sie müsse dem dritten Standeeine stärkere Repräsentation geben als früher und müsse ihn so starkmachen wie die beiden anderen zusammengenommen; denn nur da-durch könnte sie sich der beiden anderen Stände erwehren. Dies war aberauf der anderen Seite höchst gefährlich, denn im dritten Stande hatte dierepublikanische Idee Wurzel gefaßt. Die Bürger waren voll von Un-willen gegen die beiden anderen Stände, und so kam die größte Gärungzum Vorschein.

Der Minister Necker ließ nun bekannt machen, daß im nächsten Mai1789 die Stände zusammentreten sollten, wobei der dritte Stand so vieleMitglieder haben würde, wie die beiden anderen Stände zusammen(ckoudlementäuMers). TieRegierung verbündete sich also gewissermaßenmit den neuen amerikanischen Ideen, so daß Necker selbst darüber er-schrak. Aber nicht genug; das Publikum wurde öffentlich von der Regie-rung aufgefordert, seine Ansichten darüber auszusprechen, wie die Ver-fassung Frankreichs am besten geordnet werden könne. Diese Maßregeltrug vollends das ihrige dazu bei, das Land in die größte Agitation zuversetzen. Unter diesen Verhältnissen kamen die Stände im Jahre 1789zusammen, ohne daß man wußte, was daraus werden und wie in dieserVersammlung die Abstimmung erfolgen sollte: ob nach Köpfen — xarbete —, in welchem Fall der dritte Stand die Oberhand gehabt hätte,oder nach Ständen—par orckre — , wo Adel und Geistlichkeit im Vorteilgewesen wären. Necker hatte nicht den Mut, dieses zu entscheiden.

Gleich anfangs schon, bei der Verifikation der Vollmachten, konnteman sich nicht darüber einigen, ob die Prüfung gemeinschaftlich oder injedem Stande gesondert geschehen solle. Der König meinte, die Ständesollten sich vorläufig miteinander vereinigen, dann aber eine Verfassungvorlegen, die auf dem Zweikammersystem beruhte. Selbst diese vor-läufige Vereinigung war aber nicht mehr durchzusetzen. Mirabeau er-klärte im Namen des dritten Standes: wir sind Repräsentanten des Vol-kes; niemand kann uns befehlen; wir wollen aber einen Pakt mit demKönige machen. Die Summe aller dieser Verwicklungen war, daß der