Band 
Dritter Teil.
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von Oranien vertrieben. Damit war der Bestand der Reformationin England gesichert.

Die Form, in welcher sich die Reformation in Westeuropa aus-breitete, war diejenige, welche sie durch Calvin (1509—1560) inGenf erhalten hatte (Presbyterialverfassung).

3. Deutschland bis zum dreißigjährigen Kriege. ^Gegen-reformation. In Deutschland suchten Kaiser Ferdinand I.(1556—1564), unter dem mehrere geistliche Fürsten zur Reformationübertraten, und sein Sohn Maximilian II. (1564—1576) denFrieden zwischen den beiden christlichen Bekenntnissen, dem katholischenund dem protestantischen, aufrecht zu erhalten, während die Pro-testanten selbst durch heftige Streitigkeiten unter einander, nament-lich zwischen Lutheranern (Sachsen) und Calvinisten (Pfalz) ihreMacht schwächten (Konkordienformel 1577). Unter dem unfähigenund trägen Kaiser Rudolf II. (1576—1612) begann auch hierdie Bedrückung der Protestanten durch die Katholiken, namentlichinfolge der Wirksamkeit der Jesuiten, welche bald in den öster-reichischen Ländern, in Bayern und in den geistlichen Gebieten denProtestantismus ausrotteten. Als der Kurfürst von Köln Geb-hard Truchseß von Waldburg 1582 zur reformierten Kirche über-trat, wurde er 1583 abgesetzt, und die Gegenreformation im Erz-stifte durchgeführt. In der größtenteils protestantischen ReichsstadtAachen wurden 1598 alle Protestanten vertrieben. Die evan-gelische Reichsstadt Donauwörth wurde, als daselbst 1607 einekatholische Prozession gestört wurde, in die Acht erklärt, vom HerzogMaximilian von Bayern ihrer Reichsunmittelbarkeit beraubt, undder Protestantismus unterdrückt. Zum Schutze gegen solche Ge-waltthätigkeiten schlössen eine Anzahl süddeutsche protestantischeFürsten und Reichsstädte unter Führung des reformierten Kur-fürsten Friedrich IV. von der Pfalz 1608 die evangelische Union,gegen welche sich 1609 die katholische Liga unter Führung Maxi-milians von Bayern bildete.

b) Der Jülich-Klevesche Erbfolgestreit. Die Spannungzwischen beiden Parteien wurde vermehrt durch den Jülich-Kleve-schen Erbfolgestreit nach dem Tode des geisteskranken HerzogsJohann Wilhelm (1609), welcher die Herzogtümer Jülich, Kleveund Berg, die Grafschaften Mark und Ravensberg und die