Band 
Dritter Teil.
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Heere noch ein zweites unter dem kriegskundigen und (durch Heiratund Kauf eingezogener Güter) reichen Albrecht von Wallenstein(Waldstein), Herzog von Friedland (seit 1624), auf. Wallensteinschlug Mänsfeld an derDessauerElbbrücke 1626, verfolgte ihnauf seiner Flucht nach Ungarn und nötigte im nächsten JahreBethlen Gabor zum Frieden (Mansfelds Tod auf der Fahrt nachVenedig); darauf kehrte er nach Norddeutschland zurück, wo Tilly,durch eine Abteilung des Wallensteinischen Heeres verstärkt, überKönig Christian bei Lütter am Barenberge 1626 gesiegt hatte,verjagte die Mecklenburgischen Herzöge, deren Land als Reichslehenihm übertragen wurde, eroberte im Verein mit Tilly die dänischenBesitzungen auf dem Festlande, ließ gleichzeitig Pommern besetzenund gedachte den Kaiser auch zum Herrn der Ostsee zu machen,belagerte aber die von den Schweden unterstützte Stadt Stralsund1628 vergeblich. So war auch Norddeutschland dem Kaiser unter-worfen. Da noch ein Krieg mit Schweden drohte, wurde mitDänemark der Friede zu Lübeck 1629 geschlossen, in welchemChristian seine Besitzungen wieder erhielt, aber auf jede fernereEinmischung in die deutschen Angelegenheiten verzichtete. Schonvorher hatte der Kaiser das Restitutionsedikt erlassen, nachwelchem alle seit dem Passauer Vertrage eingezogenen Kirchengüterwieder herausgegeben werden sollten.

3. Der schwedische Krieg 1630—1635. a) Bis zum TodeTillhs. Die harte Durchführung des Restitutionsedikts erregteheftigen Widerspruch bei den Protestanten, aber auch den Katholiken(Maximilian von Bayern) flößte die bedrohliche Übermacht desKaisers Besorgnisse ein. Infolge der vielfach erhobenen Klagensah sich der Kaiser auf dem Reichstage zu Regensburg 1630zur Absetzung Wallensteins und Verminderung seines Heeresgenötigt; der Rest desselben wurde unter Tillys Oberbefehl gestellt,gleichzeitig aber die Ausführung des Restitutionsedikts fortgesetzt.Der Retter des Protestantismus wurde König Gustav Adolf vonSchweden (1611—1632), welcher die Herrschaft über die Ostseezu gewinnen hoffte und durch das gleiche Streben des Kaisers mitdiesem verfeindet wurde. In glücklichen Kriegen mit Dänemark,Rußland und Polen hatte er bereits die meisten Ostseeprovinzenerobert, nur die deutschen Länder fehlten noch. Unterstützt von

Schwahn, Geschichtsunterricht auf der Mittelstufe. in. 2