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10. Preußen bis zur Vereinigung uritBrandenburg (1618).
1. Gründung und Blüte des Ordensstaates, a) Er-oberung Preußens. Die Preußen (Pruzzi), ein lettischerVolksstamm, dessen Wohnsitze sich von der Weichsel bis über denMemelfluß hinaus erstreckten, waren noch im Beginn des 13. Jahr-hunderts Heiden. Bischof Adalbert von Prag, welcher ihnendas Evangelium predigen wollte, wurde von ihnen 997 erschlagen,ebenso der Mönch Bruno von Querfurt 1008. Auch die Er-folge Christians von Oliva (um 1200) waren nicht von Dauer;bald verjagten die Preußen wieder die christlichen Missionäre undmachten Einfälle in das benachbarte polnische Gebiet. Der pol-nische Herzog Konrad von Masovien wandte sich um Hilfe anden deutschen Ritterorden, dessen Hochmeister Hermann vonSalza damals in Venedig seinen Sitz hatte, und mit Genehmi-gung des Kaisers und des Papstes kam ein Vertrag zustande, durchwelchen dem Orden das Gebiet von Kulm und Löbau überlassenwurde nebst allem Lande, was er dazu erobern würde. Im Jahre1230 kam der Landmeister Hermann Balk mit 30 Rittern undeiner Schar von Reisigen nach Preußen und begann die Eroberungdes Landes, welches in 53jährigem blutigen und wechselvollenKampfe (1230—1283) mit Hilfe des von Albert von Apelderngestifteten Ordens der Schwertbrüder in Livland und Kurlandund zahlreicher Fürsten und Kreuzheere aus dem Reiche vollendetwurde. Da die Preußen sich anfangs nicht einmal zum gemein-samen Widerstände vereinigten, unterwarfen die Ritter einen Gaunach dem andern. Zur Sicherung ihrer Eroberungen legten sieüberall Burgen unter der Verwaltung von Komturen (commen-datores) an, so Thorn und Kulm im Kulmerlande, Marien-werder in Pomesanien, Elbing in Pogesanien, Brauns-berg in Ermeland. Nach Unterdrückung eines Aufstandes derunterworfenen Preußen (1241—1249) begann die Eroberung deröstlichen Gaue. Von Kurland aus wurde an der Nordspitze deskurischen Haffes die Memelburg angelegt, dann mit Unterstützungdes Königs Ottokar von Böhmen Samland erobert und durchdie Gründung von Königsberg 1255 gesichert. Ein allgemeiner