Band 
Dritter Teil.
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Aufstand der östlichen Gaue wurde blutig niedergeschlagen, unddarauf die Eroberung des Landes vollendet. Durch die 1235 voll-zogene Vereinigung des deutschen Ordens mit dem der Schwert-brüder kam jener auch in den Besitz von Kurland und Livland;von den Dänen erwarb er später Estland.

b) Innerer Ausbau des Ordensstaates. Zur Befestigungdes Deutschtums und zum Anbau des durch die Kämpfe teilweiseverödeten Landes zog der Orden zahlreiche deutsche Kolonisten her-bei. Deutsche Edelleute, welche sich zur Heeresfolge verpflichteten,erhielten ganze Dörfer mit eingeborenen Bauern, welche leibeigenwurden, zum Besitz und gleichzeitig die Gerichtsbarkeit über ihreBauern; auch einige eingeborene Adlige, welche sich frühzeitigdem Orden angeschlossen hatten, behaupteten ihre Freiheit und bis-herige Stellung. Die deutschen Bauern, welche ihre Hufendurch Kauf von dem Orden erwarben, waren frei von Kriegsdienstund Fronden und standen unter Schulzen, welche den Zins undZehnten einzuziehen hatten und die Gerichtsbarkeit ausübten. Diedeutschen Städte, von denen einige wie Thorn, Kulm, Marien-werder, Elbing und Königsberg schon während des Krieges unterdem Schutze von Ordensburgen entstanden, erhielten kulmischesoder magdeburgisches oder lübisches Stadtrecht und gelangten durchdie ihnen gewährte Selbständigkeit, ihren ausgedehnten Handel undihren Anschluß an die Hansa bald zu hoher Blüte. Die Predigtdes Evangeliums und der Unterricht lag in den Händen der vierBischöfe von Kulm, Pomesanieu, Ermeland und Samland.

o) Blüte des Ordensstaates. Nachdem die UnterwerfungPreußens gesichert war, verlegte der Hochmeister Siegfried vonFeuchtwangen 1309 seinen Sitz nach der prächtig ausgebautenMarienburg (an der Nogat). Bald darauf erwarb der OrdenPomerellen mit der Stadt Danzig und den Burgen Dirschauund Schwetz. In seinem Kampfe mit den heidnischen Litauern,welche häufig plündernd in Preußen einfielen, wurde er vielfachdurch deutsche Kreuzheere unterstützt; unter der glanzvollen Regierungdes Hochmeisters Winrich von Kniprode ( 1351 — 1382 ) schlugsie der Ordensmarschall Henning Schindekops in der blutigenSchlacht bei Rudau 1370 , trotzdem sie von Russen und Tatarenunterstützt wurden.

Schwahn, Geschichtsunterricht auf der Mittelstufe. III. 4