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dem buntesten Gefieder und in Silber und Gold gefaßt; Fliegenwedel vantzen seltenste» Farben mit tausend Berlocken von Gold und Silber in derfeinsten Arbeit; Armspangen und Wafsenschmnck von Gold und Silber;Wildleder auf das beste gegerbt und gefärbt, Schuhe und Sandalen mitGoldfäden genäht, mit Sohlen von kostbaren blauen und weißen Steinen;Sviegel von Marchasit in Kugelform von der Größe einer Faust und sokünstlich in Gold gefaßt, daß man sie jedem Kaiser zum Geschenk machenkonnte; Decken und Vorhänge zu Betten aus Baumwolle, aber von höhermGlanz und Feinheit als Seide; ein Halsband mit mehr als hundertSmaragden, ein anderes von großen Perlen; viele Kleinodien von Goldin Gestalt von Fröschen und andern Tieren; Juwelen in der Form vonDenkmünzen mit einer Einfassung, die mehr wert war, als der Juwelselbst, — endlich zwei große Scheiben, die eine von Gold, worauf dieSonne mit ihren Strablen und den Zeichen des Tierkreises abgebildetwar, die andere von Silber, die in gleicher Weise den Mond vorstellte."
Grausam und schrecklich war die Religion der Eingebornen. Ihroberster Gott hieß „Vitzlipntzli". Dieser war ein Bild aus Weizenmehlund Honig zusammengeknetet, mit grünen Augen und gelben Zähnen.Sein Dienst war scheußlich. Zuweilen machten die Priester bekannt, derGort habe Hunger. Dann rückten die Krieger aus, um Gefangene zumachen. Diese wurden vor das Tor des Tempels geführt, auf einensteinernen Tisch gelegt und von fünf Priestern festgehalten. Der Ober-priester, rot gekleidet, mit geschwärztem Gesicht, schnitt ihnen die Brustauf, riß das Herz heraus und rieb mit demselben, solange es noch warmwar, das Gesicht des Vitzlipntzli. Die Leiche erhielten diejenigen, welcheden Gefangenen gebracht hatten; sie kochten und brieten da« Fleisch undaßen es. Mcnschenflei ch wurde auf dem Markte täglich feilgeboten. Inder Küche des Königs durste es nie fehlen.
Tempel zu Lhichen
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