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sähen, das Vordringen desIslam im christlichen Abend-lande: alles deutete auf ge-waltige Umwälzungen hin.
Die Buchdruckcrkunst leisteteVorschub. Leider fehlten dierichtigen Bahnen für die Be-wegung.
Streitigkeiten mit denFürsten und innere Wirrenhalten um eben diese Zeitdas Ansehen der Kirche be-deutend geschwächt. Der Geistder Unbotmüßigkeit und derErhebung hatte unter demScheine falscher Aufklärungund Wissenschaft die Gc- ^
mütcr erfaßt. Ein leichter Pi,a. s,»--»,.
Zunder, und ganz Europa
mußte lichterloh brennen. Die Gelegenheit dazu bot sich bald.
^.) Die Kirchciltrciimilig in Deutschland.
( 1517 — 1555 .)
1. Die Tkbsahverkllndlgnilg. Nach einem alten Gebraucheließ Papst Leo X. im Jahre 1514 zum Baue der Pcters-kirchc in Nom einen Ablaß auskündcn. Wer zu diesem Baueeinen Geldbeitrag leistete, der konnte unter den gewöhnlichenBedingungen einen Ablaß gewinnen. Der Ablaß ist nachkatholischer Lehre nämlich keineswegs eine Nnchlassnng der Sün-den, sondern nur der Sündcnstrafcn, und zwar nur der zeitlichenStrafen. Er hat seinen Ursprung in den alten Strafgesetzender Kirche. Um einen solchen zn gewinnen, hat man gewöhn-lich die Sakramente der Buße und des Altars zu empfangen;daneben ist in der Regel noch irgend ein gutes Werk: Gebet,Fasten, Almosen vorgeschrieben. So war damals ein Almosenvorgeschrieben in Form eines Geldbeitrages zum bezeichnetenKirchcnban.
Da konnten allerdings sehr leicht Mißbräuche vorkommenund mochten wohl auch tatsächlich solche vorgekommen sein,