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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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i mären. Zugleich fielen die Türken wieder verheerend in Un-i gärn ein. Der Kaiser mußte fliehen und entrann nur mitkNot der höchsten Gefahr.

Der Ueligionsfriede zu Ilugsburg. Endlich kam eszum Vertrage von Passau und bald darauf zum Religions-frieden zu Augsburg 1555. Darnach erhielten die Fürstendas Recht, die Religion ihrer Untertanen zu be-stimmen. Katholiken und Protestanten, d. h. die Luthe-raner (nicht aber die Reformierten oder Zwiuglianer undKnlviuisten) erhielten Religionsfreiheit und bürgerlicheGleichberechtigung. Die Protestanten durften die bereitseingezogenen Kirchengüter behalten; wenn aber ein geist-licher Reichsstand zum Protestantismus übertrat, , mußte erauf seine kirchlichen Würden und Änster und damit aufLand und Herrschaft verzichten. (Geistlicher Vorbehalt.)

Luther war unterdessen gestorben zu Eisleben^IKW.Auch Karl dankte jetzt ab. Die Kaiserkrone kam an seinenBruder Ferdinand; Spanien aber, Mailand, Neapel unddie Niederlande gab er seinem Sohne Philipp (1556). Erselbst lebte noch zwei Jahre als Privatmann in .Sän Mste,in der spanischen Provinz Estremadura./

In Sau Unste war ein Hieronhinitenklosier. Hier bewohnte Karlsechs Zimmer, ging mit den Mönchen in den Chor nnd sang mit ihnendie Tagzeiten. Nach bebante er ein Gärtchen und übte sich zur Erholungin mechanischen Arbeiten. Er erklärte einen Tag in seiner Einsiedeleifür glücklicher, als alle erfochtenen Siege. Dem Erzbischof von Toledosagte er gegen Ende seines Lebens:Ich habe 57 Jahre für die Weltund ein Jahr für meine Freunde gelebt; die Zeit, die mir nun nochvergönnt ist, will ich Gott widmen, welchem ich so viele Jahre entzogenhabe." Einmal ließ er seine Totenfeier halten. Die Klosterkirchewar schwarz ansgeschlagen; er selbst legte sich, in ein Leichengewand ge-hüllt, in den Sarg, während die Mönche am Sarge in Begleitung einerTrauermnsik die üblichen Totengesänge und Gebete verrichteten DiesesBorspiel ging bald in Wirklichkeit über. Schon am Tage nach jenerFeier wurde er von einem hitzigen Fieber befallen, welches seinem Lebenein Ende mächte. Karl V. starb 1558, achtundsünfzig Jahre alt.

^ 8.) Die Kirchentreimnng in der Schwel?.

/ D 1. Die Veranlassung. In der Schweiz hatte Samson,ein Barfüßermöuch aus Mailand, den Ablaß verkündet. ImGegensatze zu Tctzel hatte sich dieser Fehler zu schuldenkommen lassen, so daß Bischöfe und Regierungen ihn zur