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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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Verantwortung zogen. Immerhin gab mehr das BeispielDeutschlands den Anlaß zur Trennung.

2. Ulrich Iwiugli. An der Spitze der Bewegung standin der Schweiz Ulrich Zwingli.

Zwingli war der Sohn de- Ammanns von Wild Haus im Toggen-burg. Er war geboren den 1. Janua r 1484..erhielt er in Basel, Bern nnd Wien. Hierbefreundete er sich mit Vadian, dem späterenReformator von St. Gallen. Schon früh warZwingli für den geistlichen Stand bestimmtworden; doch widmete er sich ebensosehr demStudinni der weltlichen Wissenschaften, alsdemjenigen der Theologie.

Als Pfarrer war er zuerst in Glarustätig. Von dort aus machte er in der Eigen-schaft eines Feldpredigers den Kriegszug von1öl2 bis 1517 nach Mailand mit. Späterwar Zwingli Ortßpfarrer von Einsiedeln.

Schon jetzt eiferte er gewaltig gegen Wall-fahrten, Seelenmessen u, s. w. Im Jahre1518 erfolgte seine Ernennung zum Lent-Priester am Münster in Zürich. Am 1.

Januar 1519 trat er sein Amt an.

Bald verlangte er vom Bischöfe von Konstanz, zu demZürich damals gehörte, die Erlaubnis zur Bcrchclichung dergeistlichen. Der Nat von Zürich erließ an alle Priesterzu Stadt und Land den Befehl,nichts anderes mehr zulehren, als was sie aus der Schrift beweisen könnten." Derkatholische Gottesdienst wurde abgeschafft, der Besuch derMesse verboten, Bilder und Altare, ja selbst die Orgeln wurdenZerstört. Die Chorhcrrcnstifke und Klöster wurden aufgehobenund ihre Güter eingezogen.

3. Aie Ausbreitung der neuen Lehre... Gleichzeitig ver-kündeten die Lehre Zwinglis in Basel Ökolampndius,in Bern Berchtold Hakler und in St. Gallen Vadian.

Auch in der Schweiz wurden in der Folge Religions-gesprüche gehalten, so in Baden und Bern; aber wie inDeutschland, so wurde auch hier die Kluft zwischen denstreitenden Parteien nur größer. Beim alten Glauben bliebendie Orte: Luzcrn, Uri, Schwyz, Untcrwaldcn nnd Zug, während Bern, Basel, Schaffhansen, Thnrgnu, St. GallenGlarus und Graubünden mit Zürich sich den Neuerungenzuwandten. Zuerst nach den Zürchcrn nahmen die Berner

Seine höhere Ausbildung

Ulrich Zwingli.