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er Priester. Hier lernte er aber auch bald das traurige Losund den elenden Zustand der Indianer kennen. Ihnen wollteer darum auch sein ganzes Leben weihen, um sie zu bekehrenund zu beglücken. Er flehte und bat um Hilfe. Doch langewollte Spanien nicht auf ihn hören. Endlich erlaubte ihmKarl V., eine Kolonie zu gründen. Aber die Indianer ge-rieten schon beim bloßen Anblick eines Europäers in Wut,so sehr waren sie von diesen mißhandelt worden. Was tatLas Casas?
Boll Gram zog er sich in die Einsamkeit des Klosters zu-rück und trat in den Dominikanerorden. Jetzt predigte er denIndianern das Evangelium, den Spaniern aber die Menschlich-keit. Doch diese fuhren fort, auf die Wilden Jagd zu machen,um sie vollständig auszurotten. Da wurde er Bischof. Jetztschritt er mit aller Strenge gegen die Spanier ein, welcheihre Sklaven nicht freigaben. Nun ließen diese spanischenPflanzer die Neger aus Afrika kommen, um ihre Felder zubebauen. Las Casas konnte es nicht hindern; nie aber hater den Ncgerhaudel gebilligt, noch weniger ging die Anregungdazu von ihm aus. In Wirklichkeit wurde auch durch dieEinführung dieser neuen Sklaven das Los der Eingeborenennur wenig gemildert. Las Casas aber starb, nachdem erzwölfmal für das Wohl der Indianer den Ozean durchsegelt,im Jahre 1566 im Alter von 92 Jahren.
5. In der Schweiz wirkte zu Gunsten der Katholiken derdamalige Erzbischvf von Mailand,
Karl Borromaus, der die Schweizwiederholt besuchte, für sie ein ei-genes Pricstcrscminar in Mailandgründete und die Kapuziner insLand schickte. Auch stifteten die ka-tholischen Orte bald darauf zur Er-haltung und Befestigung des Glau-bens wieder einen Bund, den sie ihmzu Ehren, den borro maischen odergoldenen Bund nannten (1586).
Im Jahre 1574 übergaben dieLuzerncr ihre höhere Lehranstalt derLeitung der Jesuiten. Ebenso er-richtete der Orden Kollegien in Frei-
1588