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bens. Da versagte Böhmen Ferdinand die Huldigung unk»wählte Friedrich V. von der Pfalz zum König. Jetztwar der Krieg unvermeidlich.
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Es war demnach der Dreißigjährige Krieg zunächstein Religionskrieg in des Wortes vollster Bedeutung. „HieKatholik! Hie Protestant!" war das Losungswort. Erstspäter spielte die Politik die Hauptrolle in demselben.
L. Der religiöse Krieg.
(1618—16 30.)
1. Der böhmisch-pfälzischeKrieg ( 1618 — 1623 ). Fer-dinand II. rief die Liga zuHilfe. Maximilian vonBayern sandte ein Heer unterGeneral Tilly. Es kamzur Schlacht am WeißenBerge bei Prag (1620).Friedrich wurde besiegt undmußte fliehen. Seine Herr-schaft hatte nur einen Wintergedauert; er erhielt deshalbauch den Spottnamen „Win-terkönig".
Tilly war geboren im JahreGeneral Tllly. 1559 auf der Burg gleiche» Na-
Nach „Nie, B-llus, Österreich. Sarkeerlran,". mens in Brabant. Seine Mutter
glaubte schon frühzeitig in ihremfrommen Sohne eine Neigung zum geistlichen Staude zu erblicken; aber baldführte das wilde Waffengetöse, das überall erscholl, den Jüngling zu seinemeigentlichen Berufe. Noch nicht 20 Jahre alt, vertauschte er das Schüler-gewand mit dem Kriegsmaukel. Im Jahre 1583 stand er als Befehls-haber an der Spitze eines Regiments. Als solcher kämpfte er von 1596bis 1606 tapfer gegen die Türken. Im- Jahre 1610 trat er in denDienst des Herzogs Maximilian von Bayern.
Tilly war von kleiner, aber kräftiger Gestalt, mit hoher, gewölbterStirn, lebhaften blauen Augen, etwas gebogener Nase, spitzem Kinn undstarkem „Haupthaar. Gewöhnlich trug er ein grüuseideneS Wams mitweilen Ärmeln nach spanischem Schnitt, während von seinem spitzen Huteeine Stranßfeder bis mitten auf den Rücken herabwallte. Im Kriegewie im Frieden lag er häufig dem Gebete ob. Täglich wohnte er zwei-