49
Religionsfrieden zu Augsburg geschlossen. Doch im stillenbrannte das Feuer der Zwietracht weiter. Insbesondere botder Grundsatz, nach welchem die Fürsten und Landes-herren auch über die Religion ihrer Untertanenentscheiden konnten, immer wieder Anlaß zu Reibereien.
2. Union und (Liga. Im Jahre 1608 schlössen die 1608Protestanten die „protestantische Union" unter der LeitungFriedrichs IV. von der Pfalz. Ihr gegenüber trat 1609 IKONdie „katholische Liga", an ihrer Spitze Kurfürst Maximi-milian von Bayern. Beides waren Bündnisse der Fürstenund Länder zum Schutze ihrer Religion. Ein Windzug und dielodernde Glut mußte aufs neue in helle Flammen ausbrcchcn!
3. Der Majestätsörief. Zur Beruhigung der Prote-stanten in Böhmen hatte Kaiser Rudolf II. den sogen.Majestätsbries erlassen. Nach diesem hatten protestantischeFürsten und Adelige das Recht, auf ihrem Grund und Bodenprotestantische Kirchen zu erbauen. Dagegen genossen diesesRecht nicht die protestantischen Untertanen katholischer Guts-herren. Nun bauten aber letztere dennoch Kirchen im Gebietedes Erzbischofs von Prag und des Abtes von Braunau. Abtund Bischof ließen dieselben niederreißen.
4. Der Aenllersturz zu Urag. Da kam es unter derFührung des Grafen von Thurn zu einem Aufstand derProtestanten in Prag. Das kaiserliche Schloß wurde erstürmt,und zwei kaiserliche Statthalter,welche für die Hauptfeinde derProtestanten galten, wurden, nebstihrem Gchcimschrcibcr, zum Fen-ster hinausgestürzt. Die Jesuiten,die hier sich niedergelassen hatten,wurden vertrieben. Die Unionsandte Hilfstruppen unter Ernstvon Mansfeld.
5. AerdMiMd II- Zudemstarb der nächste Nachfolger Ru-dolfs II., Kaiser Matthias(1612—1619). An seine Stelletrat Ferdinand II. (1619 bis16Z7), abermals ein Anhängerund Verteidiger des alten Glau-
Welt- und Schweir-rg-Ichichte II.
Kaiser Ferdinand II.Galerie Pttti. Florenz.
4