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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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Wallenstein wäre es jetzt wohl ein leichtes gewesen, dieSchweden wieder vollständig aus Deutschland zu vertreibenund der Sache des Kaisers zum vollendeten Siege zu ver-helfen. Doch zum Erstaunen aller verhielt er sich mit seinemHeere vollständig ruhig in Böhmen. In Wien stieg deshalbder begründete Verdacht auf, als plane er selbst einen Ab-fall vom Kaiser, indem er seine Hand nach der böhmischenKönigskrone ausstrecke. Ferdinand erklärte ihn daher in diet634 Neichsacht. Am 25. Februar 1634 wurde er bei Gelegen-heit eines Fastnachtschmanscs in der Grenzfcste Eger (west-lich von Prag) im Bette von seinen eigenen Offizieren meuch-lings ermordet.

Des Kaisers Feldherren waren jetzt sein Sohn, derspätere Kaiser Ferdinand III., und an seiner Seite GrafGallas, der unter Wallenstein gedient hatte. Tatsächlichwurden die Schweden nun doch wenigstens aus Bayern ver-trieben. Ein Sieg der Kaiserlichen bei Nördlingcn inBayern traf Bernhard van Weimar so, daß Sachsen sich vonSchweden trennte und 1635 mit dem Kaiser den Frieden'zu Prag schloß.

1635 / 2. Der schwedilch-französisch-deuWe Krieg (163548.)Doch das Elend sollte noch kein Ende finden! Denn nochwar in Frankreich der alte Haß gegen das Haus Habsbnrgnicht erloschen. Schon lange hatte dieses darum im geheimendie Schweden und Sachsen gegen dasselbe unterstützt. Jetztmischte es sich offen in den Kampf. Ja, bald sankendie Deutschen zu Söldlingen in französischen Diensten herabunter den Feldherren Turenne und Conds.

Die ganze Art der Kriegsführung glich nunmehreinem reinen Raub- und Erobcrungszuge fremder Mächte aufdeutschem Boden. Deutschland war das Aas, an dem derfranz ösische und schwedische Adler zehrten.

nahm während des Dreißigjährigen Kriegesinrallgemeinen eine neutrale Stellung ein; nur gestattetesie Soldwerbungen. So zogen Jünglinge aus den Wald-stätten unter die Fahnen Wallcnstcins, die Berner und Zürcherdagegen ins Lager der Schweden.

Nur zweimal bestand auch für die Schweiz eine größereGefahr, in den Krieg verwickelt zu werden. Im Jahre 1632wurde nämlich eine Schar Berner, die den Mühlhauscrn