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zu Hilfe ziehen wollten, in der Klus bei Balsthal von denSolothurncrn überfallen und zum Teil niedergemacht. Dasreizte die protestantischen Mitcidgcnosscn. Im Jahre 1633ließ der zürchcrischc Befehlshaber Kilian Kesselring denschwedische» General Horn bei Stein den Rhein überschreitenund auf thurgauischen Boden vordringen, um die StadtKonstanz zu belagern. Dadurch wurden die Katholikenaufgebracht. Doch gelang glücklicherweise den unbeteiligtenStänden, in beiden Füllen den Frieden schließlich wiederherbeizuführen.
Dagegen war Graubünden um diese Zeit der Schau-platz gewaltiger Erregung und blutiger Kämpfe. Der Grundlag in der Bedeutung seiner Pässe einerseits für Österreich >und Spanien, anderseits für Frankreich. Beide großen euro-päischen kriegführenden Parteien warben mit wechselndemGlücke um die Gunst der Graubüuduer. Dabei herrschte dieZwietracht im Lande selbst. Die Katholiken unter Führungder Familie von Planta standen auf feiten der Österreicher;die Reformierten dagegen, an ihrer Spitze die Familie vonSalis, vertraten die Interessen Frankreichs. Häufig wurdensogar gegenseitig die blutigsten Strafgerichte ausgeführt.
Das reformierte Strafgericht von Thusis ließ den katho-lischen Priester Nikolaus Nusca aus dem Vcltlin zu Todemartern und den Landammann Pr ev o st hinrichten, weil manbehauptete, sie hätten das Bcltlin an Österreich verratenwollen. Um sich zu rächen, überfielen die Katholiken hin-wiederum in der Nacht vom 19. Hcumouat 1620 die Ne- in-formierten des Beltlius, zogen von Dorf zu Dorf und tötetengegen 600 Menschen. Alan nennt die Greueltat den Bclt-liuermord. Darauf rückten die Zürcher und Beiner ein,um ihren Glaubcnsbrüdcru im Büudncrlaude Hilfe zu bringen.Doch auch diese erlitten bei Tirana durch ein spanisch-öster-reichisches Heer eine schwere Niederlage.
Jetzt sollte auch die katholische Religion im Lande wieder-hergestellt werden und zwar zunächst im Prükigau. Alleindie Bauern flüchteten sich in die Wälder, bewaffneten sichmit Keulen, Sensen und Messern und überfielen am Palmsonntag1622 die Österreicher. Auch der hl. Fidelis von Sigma-ringcn fiel als Opfer dieser Berfolgung, indem er bei Scewisvon einem Bauer mit der Sense erschlagen wurde.