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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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edle Pein; aus Paris und eilte an den Hof des Kaisers Leopold l. Diesernahm ihn freundlich auf, und bald war er sein Generalfeldmarschall.

Mitten im Kugelregen bewahrte er eine Ruhe wie an seinemSchreibtische. Menschenblut hielt er für heilig und nicht einen Mann opferteer unnütz auf. In den Hospnälern sah er selbst täglich nach den Kranken,und wehe den Wärtern und Archen, wenn die Klagen der Kranken übersie berechtigt waren. War Zahlungstag, so erhielt jeder Soldat Pünktlichsein Geld. Der Schlaf dauerte nur wenige Stunden. Den Nest der Nachtbenutzte er für das Studium der Mathematik oder der Geschichte. DieReligionsübungen benutzte Prinz Eugen fleißig, sein Herz zu heiligen, under hielt auch seine Krieger zur Religiosität an. Man hat sogar noch Ge-bete, welche er verfaßt und niedergeschrieben hat.

Am meisten zeichnete sich Engen im Spanischen Erbfolgekrieg undin den Türkenkriegen aus. Im Jahre 1717 eroberte er Belgrad, dasvon 30,000 Türken besetzt war. Prinz Eugen diente unter drei Kaisern,die er mit dem Worte bezeichnete:Leopold war mein Vater, Joseph meinBruder, Karl mein Herr."

7. Die Schweiz in der zweiten Kälste des heözehntenJahrhunderts.

Wie wir gesehen haben, blieb die Schweiz bis zur Zeitdes Dreißigjährigen Krieges verhältnismäßig ruhig. Um soheftiger war dagegen die Erregung in derselben in dendarauffolgenden Jahrzehnten.

Schuld daran war zunächst ebenfalls Ludwig XIV.,durch den auch unser Land mit in die Wechselfälle der euro-päischen Politik hineingezogen wurde. Ebenso hatten seineGrundsätze in Bezug auf die Regierung der Völker (Staals-absolutismus) bei uns Eingang gefunden, bis endlich diegedrückte Klasse in hartem Kampfe sich dagegen stemmte. Zu-dem/erwachten die alten religiösen Zwistigkeitcn wieder.

/ Verhältnis zum Auslande.

/ 1. Aas H>ensionenivesen. Leider waren durch die Wirren

des 16. Jahrhunderts und die Kämpfe im eigenen Landedie italienischen Lohnkriegc von unseren Vütern noch nichtvergessen worden. Sold und Pensionen übten immer nocheinen gewaltigen Einfluß bei ihnen aus. Immer mehrließen sich durch diese Mittel nicht bloß einzelne, sondernganze Kantone und Regierungen, ja die Tagsatznng selbst fürdie Sonderzwecke auswärtiger Fürsten gewinnen, so daß dasSprichwort aufkam:Kein Geld. kein Schweizer."