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wurde bei Herzogenbuchsee vom General Erlach mit Ueber-macht angegriffen und nach verzweifeltem Kampfe völlig ge-schlagen (8. Juni).
3. Der Hlusgang. Damit war der Bauernkrieg beendigtund die Sieger schritten zur Strafe. In Zofingcn (KantonMargau) trat ein eidgenössisches Kriegsgericht zusammen. Hun-derte mußten den Tod erleiden durch Enthauptung oder Rä-dern. Christian Schybi wurde auf die Folter gespannt,dann wurden seine Glieder auscinandergerissen; endlich fielsein Haupt unter dem Henkerbeile. Noch schrecklicher wurdeLcucnbcrgcr gemartert.
Das Gesamtlos der Bauernschaft aber war nach all denNiederlagen und der gewaltsamen Unterdrückung noch schlimmerund unerträglicher als zuvor, wie das ja auch 1525 beidem großen Bauernkriege in Deutschland der Fall gewesen war.
6. Die neuen religiösen Zwistigkeitcn.
( 1656 - 1712 .) .
Gegenüber den Bauern hatten sich die kantonalen Re-gierungen beider schweizerischen Konfessionen, Reformierte undKatholiken, vereinigt. Kaum aber waren diese geschlagen, alsschon wieder religiöse Streitigkeiten dieselben entzweiten.
1656 1. Aer Uriher oder erste Wstmergerkrieg. In Arth, am
Zngersce, hatte sich eine protestantische Genossenschaft gebildet,mit der Familie Hospcnthal an der Spitze. Nach dem auchfür die Schweiz geltenden Grundsätze: „Wer Herr über dasLand ist, ist es auch über die Religion," schritt das katholischeSchwyz gegen dieselbe ein. Sie floh nach Zürich. Schwyzforderte ihre Auslieferung und zog ihre Güter ein.
Da erklärte Zürich den Schwyzcrn den Krieg, in derHoffnung, die Scharte von 1531 auszuwetzen. Es war imJahre 1656. Zu Zürich hielt Bern. Doch umsonst!
Die Zürcher zersplitterten ihre Strcitkrüfte. RudolfWerdmüllcr belagerte Napperswil, um den katholischenKantonen die Zufuhr von Salz, Getreide u. s. w. abzuschneiden.Die Eroberung der Stadt aber scheiterte am heldenmütigenWiderstände der Bürger, geleitet, von Rudolf Neding vonSchwyz.