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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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ungeladene Gäste freundlich empfangen und wenigstens mitTee bewirten mußten. Der Zar selbst erschien bisweilenganz unerwartet in diesen Gesellschaften. Auch gab er mit-unter einen Hofball, der durch Trommelschlag in den Straßenangekündigt wurde, und musterte, am Eingang des Palastesstehend, die Ankommenden. Herren und Damen zogen ausUrnen die Nummer, welche ihnen angab, mit wem sie sichwährend des Balles zu unterhalten hätten. Die Großfürstinnenreichten Erfrischungen: Tee, Niet, Bier und Branntwein.

Damit die Russen auch in der äußeren Erscheinungimponierten, verbot Peter bei schwerer Strafe das Tragenlanger Bärte und Röcke. Die Röcke durften nur so langsein, daß sie beim Knieen eben den Boden berührten. Ansämtlichen Stadttoren von Moskau waren deutsche undholländische Rocke ausgehängt, die zum Muster dienen sollten.

Wer sich mit einem längeren Rocke zeigte, dem wurde erohne weiteres auf der Straße unten abgeschnitten. Späterwurde eine schwere Steuer auf das Tragen langer Röckegelegt.

7. Meters Hod und leine nächsten Nachfolger. So starb 1725Peter ruhmgckrönt unter dem Beinamender Große" (1725).

In seinem Privatleben freilich ist er weniger nachahmens-wert. Er war ein gewaltiger Schnapskonsument und zugleichsehr grausam gegen seine eigene Familie.

So einfach Peter in seiner übrigen Lebensweise, wie in seiner Klei-dung war, er besaß kein Silbergeschirr; Messer und Gabeln hatten hüt-

Der Kreml in Moskau.Welt- und Schweizergeschichte II.

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