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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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aber entdeckt und auf die Festung Küstrin gebracht, sein Be-gleiter Katte aber hingerichtet.

Schon im Jahre 1717 ließ der König zur Übung des Prinzen imWaffendienste eine kronprinzliche Kadettenkompagnie errichten, die späterzu einem Bataillon erweitert wurde. Auch mußte Friedrich schon imzartesten Knabenalter die Kinderkleider gegen eine militärische Uniformvertauschen. In seinem vierzehnten Jahre wurde er zum Hcmptmann,im fünfzehnten zum Major und im siebenzehnten zum Oberstleutnant er-nannt. Als der Vater ihn einst beim Flötenspiele, das er vor allem liebteund worin er Meister war, in einem goldbrokatenen Schlasrock überraschte,hielt er ihm eine donnernde Strafpredigt, ließ ihn sofort seine Uniformwieder anlegen, warf den Schlasrock ins Feuer und sandte die französischenWerke, die auf des Prinzen Tisch lagen, zu dem Buchhändler zurück.

Endlich versprach Wilhelm seinem Sohne Begnadigung,wenn er eidlich gelobe, sich nie an irgend jemanden wegendes Vorgefallenen zu rächen und ihm künftig in allen Stückenein gehorsamer Sohn zu sein. Friedrich versprach es underhielt Orden und Degen wieder zurück. Am 15. August1731 sah der König seinen Sohn zum erstenmal wieder.

Im Jahre 1732 vermählte sich Friedrich nach demWillen seines Vaters mit der Prinzessin Elisabctha Christinevon Braunschwcig, einer Nichte Kaiser Karls VI.

Jetzt war Friedrich Wilhelm wieder ausgesöhnt undschenkte dem Prinzen das Schloß Rheinsberg bei Ruppin.Auch gestattete er ihm, einen Kreis von Freunden, Ge-lehrten und Künstlern um sich zu versammeln. Aber auchFriedrich kam von jetzt an den Wünschen seines Vaters mehrentgegen. Er übernahm ein Reiterregiment und zeigte ihm,daß er ebensogut den Degen wie die Feder zu führen verstehe.

- vl 'Senr Jegierungsantriit. Im Jahre 1740 kam

Friedrich zur Regierung., Sein Ziel war, Preußen, gleichEngland, Frankreich, Österreich und Rußland, zu einereuropäischen Großmacht zu erheben.

Zugleich mit seinem Vater Friedrich Wilhelm, Königvon Preußen, stieg auch der deutsche Kaiser Karl VI. ins Grab.Er war der letzte männliche Nachkomme der Habsburger.Doch hatte er eine Tochter, namens Maria Theresia.Um daher dieser wenigstens die österreichischen Lande zu er-halten, erließ Karl schon 1713 ein neues Erbgesetz, die so-genannte Pragmatische Sanktion, nach welchem für denFall, daß männliche Sprossen nicht da wären, die Kroneauch auf die weibliche Linie übergehen konnte.