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lag er nie vollständig darnieder. Immer wieder raffte ersich auf und hatte so auch nicht minder zahlreiche und herr-liche Siege seiner Waffen zu verzeichnen. So schlug er beiPrag, Leuthen, Liegnitz und Torgau die Österreicher, beiNoßbach und Krcseld die Franzosen und bei Zorndorf die»763 Russen. Im Frieden endlich zu Hubcrtsburg (1763)mußte ihm Schlesien neuerdings überlassen werden. Preußenwar jetzt in der Tat, was er gehofft hatte, die fünfte Groß-macht und er selbst der angesehenste Fürst Europas.
U) Isriedrich als Wegeilt. Allerdings hatte dabei auchdieser Krieg, wie der Dreißigjährige, unsägliches Elend überdie deutschen Gaue und speziell über Preußen gebracht. Fried-rich aber war auch ein ebenso guter Regent als Feldherr.
Friedrichs II. Grundsatz war im Gegensatz zu Lud-wigs XIV.: „Ich bin des Staates erster Diener." Insbe-sondere sorgte Friedrich nach dem Kriege für die Landwirt-schaft. Um dem Ackerbau aufzuhelfen, ließ er das Getreide,das für den nächsten Feldzug angekauft war, als Saatkornunter die verarmten Landlcute verteilen und die für die Ar-tillerie und das Gepäck bestimmten Pferde den Bauern zu-rückgeben. In denjenigen Provinzen, welche am meistendurch den Krieg gelitten hatten, wurde ein allgemeiner Steuer-erlaß bewilligt. Die zerstörten Häuser wurden auf königlicheKosten wieder aufgebaut und die Überschüsse der königlichenKassen größtenteils zur Unterstützung der am schwersten ge-schädigten Familien verwendet.
Zur Beförderung des Handels legte Friedrich in Berlineine Bank an, zu welcher er einen Fond von acht MillionenTalern hergab. Um die Erträgnisse des Ackerbaues nochzu vermehren, wurden große Strecken Landes urbar gemacht.Auch den Wäldern, die während des Krieges in unverant-wortlicher Weise ausgerodet worden waren, wurde eine be-sondere Sorgfalt zu teil.
Die Gcrechtigkeitspflcgc war unter Friedrich II. eineebenso strenge als unparteiische; auch die ärmsten Untertanenwaren gegen Bedrückung und ungerechte Urteile geschützt. Ammeisten tat Friedrich für den wissenschaftlichen Unterricht,weniger für die Volksschule. In allen Verwaltuugszweigcnwar er persönlich bis au sein Lebensende in umfassenderWeise tätig, und auf seinen jährlichen Inspektionsreisen zog