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und Herzog Friedrich von Brannschweig schrieb ihm: „MeineLandleute fliehen in die Städte oder in Einöden und leben dortim Elend. Sie werden von der ungezügelten Soldateska gleichwilden Tieren gejagt, gemartert nnd erschossen. Ucberallwerden solche Untaten verübt, daß sich die Sonne davor ent-setzen und verdunkeln möchte. Die Soldaten gehen und reitendurch die Getreidefelder, um nachzusehen, ob sich etwa dortverjagte Menschen verborgen halten, und dann hilft kein Wei-nen, kein Flehen, kein Klagen."
Umsonst mahnt der Pater seinen abenteuerlustigen Sohn:„Bleib bei dem Pfluge, rat' ich dir,
Bebau' mit mir das Feld,
Dann schcid'st dereinst du von der WeltGeehrt und ehrlich so wie ich ... .
Denn seilen dem sein Glück gelingt'.
Der wider seine Ordnung ringt',
Und deine Ordnung ist der Pflug."
Drunten auf dem Dorfplntzc ertönt die Werbetrommelnnd auch er will unter die Soldaten. Im Lager herrschtdas tollste Leben. Jeder führt Kind und Kegel, Hab nndGut mit sich in den Krieg. Die Weiber müssen kochen, wa-
Das Elend des Krieges.Räch I. Sallor.
Welt- und Schweizergeschichte H.
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