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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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Wiederholt wechselte er seine Minister, wiederholt versuchteer, einen Ausgleich zwischen den beiden ersten Ständen unddem Volke herbeizuführen. Doch alle Versuche scheiterten ander Hartnäckigkeit, womit Adel und Geistlichkeit auf ihren an-gestammten Vorrechten bcharrtcn. So trat endlich das Un-vermeidliche ein, durch das der Unschuldige zugleich mit undfür den Schuldigen büßen mußte.

L. Die Entthronung des Königs.

( 1789 1793 .)

>789 1. Aie Versammlung der Hieichsüände. Aus den Rat

seines Finanzministcrs Nccker berief Ludwig XVI. wieder eineallgemeine Versammlung der drei Rcichsstände nach Ver-sailles, um über die steigende Not des Landes zu beraten.Am 5. Mai 1789 wurde dieselbe eröffnet. 300 Vertreterdes Adels, 300 aus der Geistlichkeit und 600 aus dem Volkenahmen teil daran. Necker hatte mit Absicht diese Verhält-nisse bestimmt, um dem dritten Stande zu seinem Rechte zuverhelfen. Doch schon von Anfang anherrschte wieder Zwie-spalt in der Versammlung, indem der Adel und die Gcist-lickkcit nach Ständen, die Volksvertreter aber nach Köpfenabstimmen wollten.

2. Die konstituierende Versammlung (17891791). Daerklärten sich die Vol.srertreter allein zur Nationalversamm-lung und beschlossen, dem Staateeine neue Verfassung zu geben.(Verfassungsrat, konstituierendeVersammlung.) Der König befahlihnen, anscinanderzugchen. AberGraf Mirabcau, der sich vom Adelgetrennt hatte und vom Volke ge-wählt worden war, rief dem kö-niglichen Zeremonicnmeister zu:Sagen Sie Ihrem Herrn, daßwir hier sind kraft der Macht desVolkes, und daß man uns nur durchdie Gewalt der Bajonette wegtreibenwird." Da antwortete der König,Gr°l Mimbeau. statt energisch seinem Befehle Nach.