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daß sie noch lebe und schrie den Männern zu: „Nur frischdarauf los, nur immer frisch! Fürchtet euch vor deu baye-rischen Dampfnudeln nicht."
Dreimal säuberten die Tiroler das Land von den Bayernund Franzosen. Der blutigste Kampf entwickelte sich amJsclberg bei Innsbruck. Dem Andreas Hafer stund derKapuziner Haspiuger treu zur Seite. Der Übermacht abermußte schließlich der Kaiser und sein treues Tirol weichen.
Zwei Monate lebte Andreas Hafer mit seiner Familie,vier Stunden vom Dorfe entfernt, verborgen in einer Alp-hütte. Da wurde er verraten und in Mantua vor das Kriegs-gericht gestellt. Nur die geringere Zahl der Stimmen lau-tete auf Tod; aber ein Befehl Napoleons aus Mailandverordnete, ihn binnen 24 Stunden zu erschießen. Am20. Februar 1810 wurde das Urteil vollzogen.
Auf dem Nichtplatze gab er dein Unteroffizier der Grena-diere, die ihn erschießen sollten, noch ein Zwanzigkrcuzcrstück.Stehend, mit uuvcrbiindcncn Augen wollte er sterben. Erführte daS Kreuz an seine Lippen und rief dann mit festerStimme: „Gebt Feuer!" Aber auf die ersten sechs Schüssesank er bloß in die Kniee und auf die eine Hand. Auch diezweiten sechs warfen ihn nur zu Boden; erst die dreizehnte Kugeltötete ihn. (Bcrgl. das Gedicht: „Andreas Hafer" von Maser.)
3- 'Napoleon anf dem Gipset seiner Wacht. Jetzt standNapoleon auf dem Gipfel seinerMacht. Einzig Spanien ver-mochte er nicht vollständig zuunterjochen, da es, von Englandunterstützt, sich immer wiedergegen die Fremdherrschaft erhob.
Den Papst Pius VII., derin seinem Gebiete den Englän-dern den Handel gestattete, ließNapoleon einfach gefangen neh-men, indem er zugleich erklärte:
„Die weltliche Herrschaft desPapstes hat aufgehört."
4- Napoleons Aug nach Kuß-land. Endlich traf Napoleon dieStrafe seines Übermutes. Nuß-
Papst pius VII.