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mit Schienen aus gutem Schmicdeisen belegte, Vertiefungenausfüllte und durch die Berge Tunnel zu bauen empfahl.
Die erste größere, von regelmäßigen Zügen befahreneEisenbahnlinie wurde zwischen Liverpool und Manchestererstellt. Am 15. September 1830 konnte dieselbe endlich er-öffnet werden.
Stephenson war der Sohn armer Leute. Er war der zweite vonsechs Geschwistern. Sein Vater war Heizer einer Pumpmaschine in demKohlengräberdorf Wylem, unweit Newcastle. Wegen seiner Armut konnteGeorg nicht einmal die Schnle besuchen. Georg hütete eine Zeit langeiner Witwe das Vieh, wobei er die Stunden unter anderem auch damitvertrieb, daß er aus Lehm Maschinen formte. Seine Nachbarn rühmtenihm nach, daß es unter der Sonne nichts gebe, das er nicht nachzumachenversucht habe. Mit 14 Jahren wurde er neben seinem Vater als zweiterHeizer angestellt. Bald avancierte er zum Maschiuenburschen und zumBremser; als solcher hatte er die Kohlen aus dem Schacht zu befördern.Trotz zwölfstündiger Tagesarbeit ließ er sich an drei Abenden in derWoche unterrichten; auch einige „Krähenfüße" lernte er machen; abererst im 19. Altersjahr konnte er seinen Namen schreiben. Von einemwandernden Vikar lernte er auch rechnen. Daneben fand er noch Zeit,als Schuhflicker, Schneider und llhrenmacher sich manches Geldstück zuverdienen. Auch wurde er nicht müde, Maschinenmodelle anzufertigenund mechanische Experimente zu machen. Nicht daß er etwa dabei seinePflicht vernachlässigt hätte; im Gegenteil, keiner hielt seine Maschine inbesserem Stande als er. — Im Jahre 1812 wurde Stephenson bei einemKohlenbergwerk als Maschinenmacher mit einem Jahresgehalt von 2500Franken angestellt, und nach einigen Jahren stieg er sogar znm Ober-ingevienr empor.
3. Die Dichtkunst. In der Regel schlafen die sogenann-ten schönen Künste mährend des Krieges. Jetzt war es um-gekehrt. Eben die Zeit der Revolution, der Ausgaug des18. und der Anfang des 19. Jahrhunderts, schließt vielmehrdie Blüte der deutschen Dichtkunst in sich. Klopstock, Lcs-sing, Herder, Goethe, Schiller, alle schufen mitten inden Gefahren und Stürmen des Krieges ihre Meisterwerke.
Mit dem Freiheitsdrang des Volkes im Jahre 1803erwachten auch „die Sänger der Freiheit" Moritz Arndt(gest. 1860); Theodor Körner (gest. 1813), der selbst imKriege das Leben verlor; Max Schenkcndorf und der Ver-fasser so mancher bekannten Gedichte wie „Des Sängers Fluch",„Schwäbische Kunde", „Tells Tod" u. s. w., Ludwig Uhland.
4- In der Schweiz taten sich um diese Zeit besonders zweiMänner hervor, der eine als Freund der Geschichte, derandere auf dem Gebiete des Schulwesens und der Erziehung.