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— es war Louis Napoleon, der Sohn des Königs von Holland
— zu ihrem Präsidenten auf 4 Jahre. Ihm zur Seitestand wieder eine Nationalversammlung. Doch, wie seingroßer Namensvetter, verstand es auch dieser zweite Napo-leon bald genug wieder, seine Wähler zu täuschen, mit derNationalversammlung in Streit zu geraten, sich dann zumlebenslänglichen Konsul, zum Präsidenten auf 10 Jahre undendlich durch den Staatsstreich vom 1. Dezember 1852 alsNapoleon III. zum Kaiser der Franzosen wählen zu lassen.
!852 4. Napoleon Hl. (1852—1870). In der Tat nahm
auch Napoleon III. unterden Fürsten Europas baldwieder den ersten Rang einund gab Frankreich sein altesAnsehen wieder. Kaum saßer nämlich auf dem Throne,als zwischen der Türkei undRußland ein furchtbarerKrieg ausbrach, der mit demsogenannten Krim krieg(1853) endete. Da verband
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sich Napoleon mit England.Er wollte damit einerseitsRußland nicht übermächtigwerden lassen und andrer-seits die Schmach rächen,
Kaiser Napoleon III.
die Moskau einst Napoleon I. angetan hatte. Es gelang.Das stolze Rußland mußte in Paris Frieden schließen.
Ebenso demütigte Napoleon Österreich, indem er dieBestrebungen Italiens gegen dasselbe unterstützte. Ja, erzog selbst mit einem Heere dahin, um an der Seite ViktorEmanuels Österreich seine Besitztümer zu entreißen. Es kam!8ä9 zum Frieden von Zürich(l859). Österreich mußte zugunstenNapoleons auf die Lombardei verzichten; nur Venetien bliebihm noch übrig. Napoleon verlieh in der Folge die Lombardeiseinem Bundesgenossen Viktor Emanuel. Dieser dagegen tratNizza und sein Stammland Savoycn an Frankreich ab.
Jetzt faßte Frankreich sogar in Hinterindien (Ton-king) Fuß und zwang, mit Hilfe Englands, China zurÖffnung mehrerer Häfen.