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ten von ihrem jährlichen Pachtertrage für die Unterhaltung der prote-stantischen Geistlichkeit bezahlen, protestantische Kirchen aufbauen und aus-bessern helfen. Dabei waren sie von allen politischen Rechten ausge-schlossen, kein Katholik konnte irgend ein Staatsamt bekleiden, Offizier oderBeamter werden.
Daniel O' Connell war in der Grafschaft Kerrh geboren. Als Knabevon neun Jahren saß er einst sinnend am Tische und lauschte still denGesprächen und Klagen über die Bedrückung Irlands. Einer der An-wesenden bemerkte es und fragte Daniel, worüber er denn nachdenke. Daerhob sich der neunjährige Knabe mit seinen feurigen Augen und riefin prophetischem Tone: „Ich will noch einmal einen Rumor in der Weltanfangen." Dieses Wort sollte sich bald erfüllen.
Mit sechzehn Jahren wurde O'Connell zur weiteren Ausbildung in
das Jesuitenkolleginm zu St.-Omerin Frankreich gebracht; er mußteaber wegen Kriegsunruhen schon imnächsten Jahre wieder in seine Hei-mat zurückkehre., wo er sich demStudium der Rechtswissenschaft wid-mete. Im Jahre 1795 ließ er sichals Anwalt in Dublin nieder underfreute sich gleich bei seinem erstenAuftreten großer Erfolge. Nichts-destoweniger weihte er von nun anden größten Teil seiner Kraft derRettung seines unterdrückten Vater-landes. Die Gleichstellung derKatholiken mit den Protestan-ten und die Selbständigkeitdes irischen Parlaments: daswaren die beiden Angelpunkte, umdie sich sein ganzes Kampscslebendrehte. „Die Emanzipation der Ka-tholiken Irlands und Englands," sagt Lacordaire in seiner Leichenrede aufO'Connell, „war der herrschende Gedanke seiner Tage, war der fort-währende Traum seines Genies," ist auf ewige Zeiten, fügt die Geschichtebei, der größte Ruhm seines Lebens.
Er gründete Vereine, um die Verfolgten zu unterstützen: er hieltVolksversammlungen ab, um ihren Mut neu zu beleben. Dabei verfügteer über eine glänzende, hinreißende Beredsamkeit. Er war ein Redner,der, wie ein Lebensbeschrciber sagt, „vor uns steht auf dem vaterländischenBoden, zum Dome den Himmel hat, zur Rcdnerbllhne die weite Ebeneund zu Zuhörern ein unermeßliches Volk. Ja, weder Demosthenes, nochCicero, noch irgend ein Redner der neueren Zeit konnten sich rühmen,jemals eine ähnliche Zahl Leute als Zuhörer vor sich gesehen zu haben.In Dublin waren es einmal hunderttausend, in Glasgow zweimalhnndert-tansend; in der Volksversammlung zu Cläre fanden sich gegen siebenhundert-tausend Menschen ein: Männer, Frauen, Kinder, Greise."
Im Jahre 1828 wurde O'Connell selbst als Abgeordneter in dasenglische Parlament gewühlt. Jetzt war er an seinem Posten und erlangte.
Daniel D'Lonnell.