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Unterdessen war Salis-Soglio bis an die Neuß im Kan-ton Lnzern vorgerückt und erwartete dort den Feind. Gelanges Dufour, hier durchzubrechen, so war auch Luzeru vonSchwyz abgeschlossen und zur Ergebung gezwungen. Am23. November kam es daher bei Gislikon zur Schlacht-Von morgens 10 Uhr bis 4 Uhr nachmittags wurde gekämpft-Endlich mußten sich die Sonderbundstruppcn zurückzichen-Solis-Soglio selbst trug eine schwere Kopfwunde aus demGefechte davon.
Am folgenden Tage kapitulierte die Stadt Luzeru.Ihrem Beispiele folgten bald darauf die Urkantone undendlich am 29. November auch Wallis. Damit war derKrieg beendet. Er hatte nur 25 Tage gedauert, 78 Toteund 260 Verwundete gekostet.
4. Aer Milsgang. Die Sondcrbundskantone hatten dieKriegskosten zu bezahlen. Diese betrugen über sechs MillionenFranken. Da wurde in Genf eine Sammlung zur Unter-stützung der Besiegten veranstaltet. Das Beispiel wirkte. ImJahre 1852 ließ die Bundesversammlung den ganzen nochübrigen Nest der Schuld nach im Betrage von rund 3334000Franken.
Die Jesuiten wurden aus dem Lande verwiesen, ihreHäuser und Klöster geplündert. Endlich wurden unter demEinflüsse der eidgenössischen Truppen in den Sondcrbnnds-kantonen teils die Verfassungen geändert, teils neue Regie-rungen gewählt. In Luzeru und Frciburg wurden wiederradikale Regierungen gewählt. Um die Kriegskosten zu zahlen,hoben diese wieder eine Reihe von Klöstern auf. IhremBeispiele folgten Wallis, Tessin und Thnrgau.
Um den Verwundeten, den Witwen und Waisen zu helfen, wurdenzahlreiche Sammlungen, sowohl innerhalb, wie außerhalb der Schweiz undselbst unter ddn Truppen veranstaltet. Eine Summe von 110000 Frankenwar bald ausgebracht und floß zu diesem Zwecke in die eidgenössische Kasse;Fremde, aus Württemberg, dem Großherzogtnm Baden und anderen Län-dern trugen in reichem Maße dazu bei. Die Tagsatznng beschloß außer-dem, daß die Summe von 472 000 Franken, zu deren Zahlung die Kan-tone Nenenbnrg und Appcnzcll Jnnerrhodcn wegen Nichtabsendnng ihrerMannschaft verurteilt morden waren, einen Fonds bilden solle, dessenErtrag znr Auszahlung der jährlichen Pensionen zu verwenden wäre.Ein Genfer Bürger machte später zu demselben Zwecke die Schweiz znrErbin seines Vermögens im Betrag von mehr als einer Million.