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Geschichtsrepetitionen für die oberen Klassen höherer Lehranstalten / hrsg. von Friedrich Junge
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Reformation und Gegenreformation.

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garn und Böhmen) in die Welthandelgezogen.

1 . Die italienischen Wirren. Eingrei-fen der Könige Karl YIII. (t 1498) undLudwig XII. (f 1515) von Frankreich(Ansprüche auf Neapel bez. Mailand),Ferdinands v. Aragonien (Anspruch aufNeapel) und Maximilians I. in die ita-lischen Streitigkeiten: 1. die Sforzas inMailand gegen Neapel, 2. aus Florenzvorübergehend die Medici vertrieben(Savonarola f 1498), 3. Caesar Borgia(des Papstes Alexander VI. S.) versuchtItalien zu einen (des Florentiners Mac-chiavelliil principe).

Ergebnisse 1 . Unteritalien: Neapel undSicilien auf 200 Jahre mit Spanienvereint (1504) 2. Mittelitalien: NachAlexanders VI. Tod und Caesar BorgiasVertreibung gelingt den Päpsten Julius IJ.(bis 1513) und dem Medici Leo X. (bis1521), welche die italienische Politikihrer Vorgänger weiter verfolgen, dochnur Vergröfserung des Kirchenstaates

in Florenz behaupten die Mediciihre Stellung. 3. Oberitalien: Unent-schiedene Kämpfe zwischen Franzosen,Spaniern, Deutschen (die Schweizer Söld-ner!) verhängnisvoll für Venedig,das um dieselbe Zeit, wo der Verkehrmit Indien ihm entzogen wird (die Por-tugiesen auf dem Seewege direkt nachIndien, Ägypten in der Hand der Türken),seine Stellung in Oberitalien einbüfst.

Mailand von den Franzosen bald ge-wonnen, bald verloren, kommt 1515durch den Sieg von Marignano überdie Schweizer (diese nun geradezu Frank-reichs Söldner) in die Gewalt Franz I.,König v. Frankreich 15151547.|

Junge, Geschichtsrepetitionen.

Städten herrschte der Humanisten Rich-tung, so in Nürnberg (Wilibald Pirk-heimer, Hans Sachs), in Augsburg (KonradPeutinger) u. s. w. Johann Reuchlin(sein Kampf mit den Kölner Domini-kanern wegen der hebräischen Schriften

die epistulae obscurorum virorum \Cro-tus Rubianus, Ulrich v. IIu tien \} Ij e -siderius Erasmus v. Rotterdam.

2 . Die Anjange der Reformation in Deutsch-land. Martin Luther, geh. lO.Nov. 1483 zuEisleben aufgewachsen in Mansfeld

Lateinschulen in Magdeburg u. Eise-nach (Frau Cotta) Universität in Er-furt: Magister 1505 Augustinermönchin Erfurt Priester innere Unruhe

der Ordensprovincial Joh. v. Stau-pitz der Römerbrief: die Macht desGlaubens 1508 an die UniversitätWittenberg (1502 von Friedrich d. Wei-sen gegründet) (1511) nach Rom inOrdensgeschäften Doctor theologiae.

1517 31. Okt. Anschlag der 95 Thesengegen den Mifsbrauch des Ablafs (derDominikaner Tetzel, Beauftragter Al-brechts, Erzbischofs v. Mainz Teilder Einnahme dem Papst Leo X. zurPeterskirche [Michel Angelo, Rafael])1518 Luther vor dem Kardinal Cajetanin Augsburg; seine Flucht 1519Luthers Zusammenkunft mit dem päpst-lichen Kämmerer v. Miltitz in Alten-burg Luthers Freundschaft mit dem1518 nach Wittenberg berufenen Phi-lipp Melanchthon Die LeipzigerDisputation (Karlstadt und Luther ge-gen Eck v. Ingolstadt Hrzg. Georgv. Sachsen); Luthers Ausspruch: Auchdie Konzilien können irren Trennungvon der Kirche.

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