392 5.0rd. Milben. 4 Kl. Krebse. 1.Gruppe. Panzerkrebse. l.Ord. Zelmfüß. Krebse.
die sich gern in Vogelbauern und Hühnerställen einnistet, überfällt die Vögelwährend der Nacht. Die Zecken (Ixödidae) leben in trockenen Wäldern. DieWeibchen bohren sich, wenn sie Gelegenheit finden, in die Haut der Säugetiereund schwellen dort bis zu Bohnengröße an. Selbst den Menschen lassen sienicht verschont. Durch Betupfen mit Öl zwingt man sie, den Säugrüssel loszu-lassen, der bei Anwendung von Gewalt in der Wunde verbleibt und eine Ent-zündung verursacht. — An hartem Käse und als weißer Überzug auf getrocknetenFrüchten (Pflaumen) lebt die Käsemilbe (Tyroglyplius siro) und ihre Sippschaftoft millionenweise. — Zu den Milben zählt auch jener mikroskopisch kleineParasit, der sich in die Haut des Menschen bohrt, dort lange, haarfeine Gängefrißt, sich unglaublich schnell vermehrt und jene ekelhafte Hautkrankheit erzeugt,die man Krätze nennt. Es ist die Krätzmilbe (Sarcöptes scabiei). Auch die„Räude“ der Hunde und anderer Haustiere wird durch Milben verursacht.
4. Klasse. Krebse oder Krustentiere (Crustäcea).
Durch Kiemen (oder nur durch die Haut) atmende Gliederfüßler, die fast aus-schließlich im Wasser leben, in der Regel zwei Paar Fühler besitzen, und derenLeibesringe sämtlich Gliedmaßen tragen können.
1. Gruppe. Panzerkrebse (Thoracostraca).
i. Ordnung. Zehnfüßige Krebse (Decäpoda).
Der Flußkrebs (Astacus fluviätilis).
(Länge bis 20 cm.)
I. Vom Vorkommen und Aufenthalte des Krebses.
So reich Bäche, Flüsse (Name!) und Seen unseres Vaterlandes dereinst anKrebsen waren, so arm sind sie jetzt daran. In vielen Gewässern sind die Tiere,die der Mensch des wohlschmeckenden Fleisches wegen sehr hockschätzt, sogar gänzlich ausgerottet. In erster Linie hat dies eine Krankheitverschuldet, die im Jahre 1876 zuerst in Frankreich auftrat und sich immerweiter nach Osten verbreitete, die Krebspest. Aber auch der Mensch i s *nicht schuldlos an der Entvölkerung der Gewässer. Man betrieb den Fangvielfach rücksichtslos, verschonte weder Junge noch eiertragende 'Weibchen(s. Abscli. III.) und zerstörte auf diese Weise 'den Nachwuchs. Man leitetegiftige Fabrikabwässer in die Bäche und Flüsse und tötete so die empfindlichenTiere; denn reines Wasser ist das erste, was der Krebs verlangt. (WelcheAnforderungen er weiter an sein Wohngewässer stellt, werden wir im folgendennoch erfahren.)
Tagsüber ruht der Krebs in sicherem Verstecke, unter Steinen, zwischenden Wurzeln der Uferpflanzen oder auch in Höhlungen, die er sich mit Bitf eder Scheren selbst gräbt. Darum liebt er zweitens auch nur solche Gewässeb