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Lehrbuch der Zoologie für höhere Lehranstalten und die Hand des Lehrers : unter besonderer Berücksichtigung biologischer Verhältnisse / bearb. von Otto Schmeil
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412
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412 1. Kl. Schnecken. 2. Ordn. Kiemen-, 3. Ordn. Flügelschn. 2. Kl. Muscheln.

lach bunten Schalen der Porzellanschnecken (Cyprtea). Das Haus einer der-selben, der kleinen Kaurischnecke (C. moneta), wird im Innern Afrikas bekannt-lich als Geld verwendet (s. Abb. S. 411). Aus einem weißen, an der Luft sichaber rötenden Saft mehrerer Mittelmeerschnecken bereitete man im Altertumdie so hoch geschätzte Purpurfarbe. Vor allen Dingen war es die Stachelpurpur-schnecke (Murex brandäris), die diesen wertvollen Stoff lieferte.

Whalaat

(Clio borealis).(2mal vergr.)

3. Ordnung. Flügelschnecken (Pteröpoda).

Die kleineren Weichtiere sind Bewohner der offenenSee und besitzen gleich vielen anderen freischwimmendenMeerestieren (s. Qualle) einen gallertartig weichen Körper, dersamt der schützenden Schale meist von glasartiger Durch-sichtigkeit ist. Der Fuß ist dem Aufenthalte der Tiere ent-sprechend zu einem Schwimmorgan umgewandelt. Er bestehtaus zwei seitlich gerichteten Lappen, die ganz wie Insekten-flügel auf- und niederschwingen. Darum nennen die Fischerdes Mittelmeeres die Tiere sehr bezeichnend auch ,,See-schmetterlinge. Viele der zarten Geschöpfe kommen i nriesigen Schwärmen vor und bilden darum eine wichtige Nah-rung für viele höhere Tiere, besonders für Fische. Die unterdem Namen Whalaat, d. i. Walspeise (Clio borealis) bekannteForm haben wir als die hauptsächlichste Nahrung der rie-sigen Bartenwale bereits kennen gelernt.

2. Klasse. Muscheln (Lamellibränchia).

Meist völlig symmetrische Weichtiere mit zweiklappiger Schale, ohne Kopf und

mit beilartigem Fuße.

Die Fluß- oder Malermuscliel (Unio pictorum).

(Länge bis 9 cm.)

A. Orientierung über den Körperbau.

Die Muschel kann man mit einem Buche vergleichen. Den beiden Papp-deckeln des Einbandes, die am Rücken beweglich miteinander verbunden sind,entsprechen die beiden Muschelschalen. Das erste und letzte Blatt desBuches sind die häutigen Mantellappen, die den Schalen eng anliegen (derganze Innenraum der Muschel zwischen den Mantellappen ist also die Mantel-höhle). Das zweite und dritte Blatt auf jeder Seite wird von den blattförmige 11Kiemen gebildet, und alle übrigen Blätter des Buches zusammengenommeostellen den Rumpf mit dem Fuße dar. Um die Muschel als

B. seßhaften Wasserbewoliner

verstehen zu lernen, legen wir einige Exemplare unserer Art in eine Schüsselmit Wasser, deren Boden mit Kies bedeckt ist. Jeder Fluß liefert sie uns-