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2. Assyrien.
In alter Zeit (um 1250 vor Chr. G-) trat in Asien ein gewal-tiger Kriegsheld auf, Ninils mit Namen. Er sammelte die stärkstenund muthigstcn Jünglinge um sich, übte sie in den Waffen und ge-wöhnte sie jegliche Beschwerde zu ertragen. Darauf griff er an ihrerSpitze mehrere Reiche an und riss die Herrschaft über dieselben an sich.Der Mittelpunkt seiner Macht lag in Assyrien, daher das von ihmbegründete Reich das assyrische hieß. Nun gierig er an den Bau einerHauptstadt und legte sie so großartig an, dass ihr keine zweite aufErden gleichkommen sollte. Die Stadt bekam die Form eines länglichenViereckes, um das sich eine ungeheure Mauer erhob, die 31 Meter inder Höhe maß und so breit war, dass drei Wagen auf ihr bequemneben einander fahren konnten; ihre Festigkeit wurde durch 1600 Thürmeerhöht. Diese Stadt, deren Trümmer heute einen Umfang von 15deutschen Meilen einnehmen, bekam den Namen Niltive.
'Nach der Erbauung von Ninivc erneuerte Ninus seinen Angriffauf das baktrischc Reich, dessen Bezwingung er schon einmal, abervergeblich versucht hatte. Er unternahm den Fcldzng an der Spitzevon 1,700.000 Mann zu Fuß, 210.000 Reitern und 10.000 Sichel-wagen, siegte über die Baktrer in offener Feldschlacht und eroberteauch nach längerer Belagerung ihre Hauptstadt Baktra. Da bei seinemTode sein Sohn noch ein unmündiger Knabe war, folgte ihm seineGemahlin Scmiramis in der Regierung. Sie hatte sich bei der Bela-gerung von Baktra durch ihre Kühnheit so ausgezeichnet, dass sie desNinus Aufmerksamkeit auf sich lenkte und sein Weib wurde; jetzt, wosie selbständig die Regierung führte, zeigte sie sich ihrem verstorbenenGemahl ebenbürtig. Sie errichtete nicht nur eine Menge großartigerBauten — Lustschlösser, Canäle, Parkanlagen — sondern unternahmauch einen Kriegszug gegen Indien an der Spitze eines Heeres von3 Millionen Fußvolk, 500.000 Reitern und 100.000 Sichelwagen.In der Schlacht, die sie dem König Stabrobatcs am Flusse Induslieferte, siegte sie und überschritt darauf den Fluss mit ihrem Heereauf einer Schiffsbrücke. Allein jetzt wendete sich das Kriegsglück.Die Jndicr siegten über die Assyricr und fügten ihnen eine so furcht-bare Niederlage zu, dass sich nur ein Drittel des Heeres rettete. Semi-ramis selbst wurde verwundet und büßte bei ihrem Volke ihr früheresAnsehen ein. Kurze Zeit darauf trat sie die Regierung an ihrenDehn ab.