Band 
Erster Theil.
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3. S a b y l o n i e >r.

Länger als sechs Jahrhunderte dauerte das assyrische Reich, bises unter dem schwelgerischen Sardanapal zugrunde gieng (606 v.Chr.). An seine Stelle trat das neubabylonische Reich, dessen bedeu-tendster Herrscher Nebukadnczar (604561) nicht bloß seine Herrschaftbis an die Grenzen von Afrika ausdehnte, sondern auch in den Künstendes Friedens Ausgezeichnetes leistete. Er stellte in Babylonien diealten Canäle zur Regelung der Bewässerung her und grub neue; ererweiterte Babylon, die Hauptstadt seines Reiches, und verschönerte siederart, dass sie die prachtvollste Stadt in Asien wurde. So legte erdaselbst die weltberühmten hängenden Gärten an, die man fälschlichder Semiramis zuschrieb. Sie bestanden aus hohen Terrassen, die inungeheuren Bogengängen aus einander gethürmt waren und auf denendie Fruchtende in solcher Fülle abgelagert wurde, dass selbst die stärkstenBäume Wurzel fassen konnten. Pumpwerke leiteten das Wasser ausdem Euphrat hinauf, so dass den Pflanzungen nie die nöthige Feuch-tigkeit fehlte. Den alten Königspalast stellte er in neuer Pracht undHerrlichkeit her und ebenso den Tempel des Sonnengottes Bcl, derdie Form einer vierseitigen fast 190 Bieter hohen, langen und breitenPyramide hatte. - Als das nenbabylonischc Reich durch die Perserein Ende nahm, gieng die Hauptstadt einem steten Verfalle entgegen;von den 9 10 Meilen, die sie im Umfange maß, wurde bald nurein Umkreis von einer halben Meile bewohnt; in dem Reste haustenSchakale und sonstige Thiere des Waldes und zuletzt blieb nicht einmalder Name den Trümmern der Riesenstadt, deren Lage auf diese Weisein Vergessenheit gerieth.

4. perlten.

(Die frührl'trii Schicksale des Lyras.) Der Begründer despersischen Reiches ist Cyrus, dessen früheste Schicksale durch mancherleiSagen verherrlicht sind. So wird erzählt, der medischc König Asty-ages habe einmal geträumt, seine Tochter Mandant werde einen Sohnhaben, der ihn des Thrones berauben würde. Um dies zu verhindern,verband sie der Vater mit dem Perser Kambyscs in der Meinung, dassder Sohn eines fremden Stammes nie zur Herrschaft über Mediengelangen könne. Als ihm nichtsdestoweniger wiederum träumte, dassder Sprössling dieser Ehe Asien beherrschen werde, übergab er seinemDiener Harpagus den Sohn Mandanes, Cyrns, unmittelbar nach derGeburt und befahl ihm, denselben zu tödtcn. Der Diener führte den