57
3. Die rufen Weh zum HimmelAus ihrer stummen Gruft
Und werden's rufen zum Himmel,Wenn die Trommet' einst ruft.
4. Wir haben gewohnt in FriedenZu Hamburg in der StadtBis uns daraus vertriebenEin fremder Wütrich hat.
5. Er hat uns ausgestoßen
Im Winter zur Stadt hinaus,
Die hungernden, nackenden, bloßen,Wo finden wir Dach und Haus?
6. Wo finden wir Kost und Kleider,Wir zwanzigtansend an Zahl? —Die andern schleppten sich weiter,Wir blieben hier zumal.
7. Die andern nahmen die Britten,Und and're die Dänen auf;
Wir brachten mit müden SchrittenBis hierher unsern Lauf.
8. Wir konnten nicht weiter keuchen,Erschöpft war unsere Kraft;
Frost, Hunger, Elend und Seuchen,Sie haben uns hingerafft.
9. Ein ungeheurer Knäuel,Zwölfhundert oder mehr;
Es zieht sich über den GräuelEin dünner Rasen her.
10. Der deckt nun unsre Blöße,
Ein Obdach er uns gab;
Man merkt des Jammers GrößeNicht an dem kleinen Grab.
Zweite» Geal».
1. Zu Ottensen an der MauerDer Kirch' ist noch ein Grab,Darin des Lebens TrauerEin Held gelegt hat ab.
2. Geschrieben ist der NamenNicht auf den Leichenstein;Doch er samt seinem SamenWird nie vergessen sein.