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Geschichts-Tafeln für Mittelschulen, gehobene Bürgerschulen, Töchterschulen und Präparanden-Anstalten / von Erich Neidel
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2. Nicht schelten mehr und nicht verdammen,Nein, preisen würd' er allcrwärts;

Denn jedes Auge sah' er flammen,

Und klopfen hört' er jedes Herz;

Und eine Kunde würd' er meldenVom Kriegsruf, der vom Rhein erklang,Auf den ein ganz Geschlecht von HeldenGewappnet aus der Erde sprang.

3. Von lang' getrennten Bruderstämmen,

An einem Tag zu fester WehrGeeint, die Sündflut einzudämmen,

Die sie bedrüut von Westen her.

Vom Siege der gerechten Sache,

Der den vermess'ncn Feind zerbrach,

Von einem Tag der hcil'gen RacheFür allzu lang getrag ne Schmach.

4. Von einem Volke, das gerüstet,

Von einem schneidigen Geschlecht,

Zu strafen jeden, den's gelüstetZu tasten an sein gutes Recht;

Das, sonst des Friedens stille WerkeBetriebsam schaffend früh und spät,

In nie geahnter Riesenstärke

Jetzt einer Welt von Feinden steht.

5. Bon Strömen Blutes, das vergossenIm fremden Land, der Heimat fern;

Von Thränen, die daheim geflossenAus manches treuen Auges Stern,

Von einem Preise, wert der schwerenUnd blut'gen Opfer, die gebracht;

Von Deutschlands neu erstritt'nen EhrenUnd Deutschlands neu crstand'ner Macht.

6. So säug' er heut, und in der HarfeRauschende Saiten griff' er ein;

Sein altes, treues Schwert, das scharfeUnd blanke klirrte lustig drein.

Und Deutschland hört des Geistes MahnenUnd spürt sein Wehen fern und nah;Hurrah! Hoch flattern deine Fahnen!

Mit dir der Sieg, Germania!