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3. Victoria! So jählings lag, so tief
Der Deutschen Todfeind niemals noch danieder;Augustus nicht, als er verzweifelnd rief:
„Gieb, Barns, meine Legionen wieder!"
Nicht König Franz, der nach Pavia's StraußDem deutschen Ritter übergab die WehreUnd aus der Haft des Königs schrieb nach Haus:„Alles verloren, aber nicht die Ehre!"
4. Du brachtest nicht die Ehre mit in's Feld,
Du nimmst sie nicht vom Feld mit in's Gefängnis,Ein kecker Spieler warst du, doch kein Held,
Nicht groß im Glück, und klein in der Bedrängnis;Des Siegers Mitleid, deines Heeres HohnUnd deines Volkes Fluch wird mit dir gehen,
Und zürnend wird dein Ohm NapoleonAllnächtlich neben deinem Lager stehen,
5. Ein Gottesurteil ist's, ein Weltgericht,
Wie keins in der Geschichte Buch geschrieben,
Die Lüge bläht sich, doch besteht sie nicht,
Gott bläst darein — die Blase muß zerstieben.
Der Pharao begrub im roten Meer,
Nebukadnezer zwang den Staub zu essenUnd Sanherib zerschlug mit samt dem Heer,
Ist wieder einmal zu Gericht gesessen,
6. Ihr aber rollt auf's neu die Fahnen auf,
Glorreiche Helden, deutsche Gottesstreiter!
Mit Gott voran im blut'gen Siegeslauf!
Bis hierher half er, und er hilft noch weiter!
Auf nach Paris, in's stolze Babylon,
Kein Halt, bis seine trotzigen Mauern fallen!
Dann soll's noch lauter, soll im Donnerton:„Victoria!" durch deutsche Lande hallen!
Carl Gerok,
Wenn henk ein Geist herniederstiege.
1, Wenn heut ein Geist herniederstiege,
Zugleich ein Sänger und ein Held,
Ein solcher, der im heil'gen KriegeGefallen auf dem Siegesfcld —
Nicht mehr von Deutschlands Schmach und SchandeSäng' er den alten Trauersang,
Nein, vom erwachten VaterlandeDas hohe Lied voll Jubelklang.