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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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3. Unterägypten (das Delta und das westlich und östlich darangrenzende Land) mit Sals und Kanöpus am westlichsten, Pelusium amöstlichsten Nilarme; Alexandrra (von Alexander d. Gr. erbaut).

8. Kultur der Ägypter.

1. Die Ägypter waren ein mäßiges, ausdauerndes, gottesfürchtigesVolk. Sie verehrten als Götter die schaffenden heilbringenden (danebendie verderblichen) Kräfte der Natur: in Unter- lind Mittelägypten denSonnengott R a (mit dem Artikel Phra), in Theben den HimmelsgottAmmon u. a.; dem ganzen Lande gemeinsam war die Verehrung desLebensgottes Osiris (Sonne, Nil) und seiner Gemahlin, der „großenGöttin" Isis (Mond, Erde). Den Segensgöttern stand entgegen derböse Typ hon, „der allmächtige Zerstörer und Veröder", der versengendeGluthauch der Wüste. Einige Götter wurden mit Tierköpfen dargestellt,auch Tiere selbst genossen göttliche Ehre (der Apis stier in Memphis,das Krokodil, der Ichneumon, der Ibis, die Katze rc. rc.). Der Glaube,daß die Fortdauer der Seele nach dem Tode von der Erhaltung desLeibes abhängig sei, führte zum Einbalsamieren der Toten (Mumien)und zu deren Aufbewahrung in Katakomben (unterirdischen Begräbnis-kammern).

2. Das Volk war eingeteilt in Kasten, die jedoch nicht schroff voneinander abgeschlossen waren. Es bildeten sich deren allmählich folgendesieben:

а) Priester. Sie allein im Besitze höherer Kenntnisse (Zeichendeuter,Ärzte, Richter, Baumeister), von großem Einflüsse selbst auf dieKönige;

d) Krieger;

e) Gewerbtreibende, Handwerker, Kaufleute, Künstler;

ä) Nilschiffer;

e) Dolmetscher, erst seit Psammktich (s. 6, 3);

t) Ackerbauer oder Rinderhirten;

б) Schweinehirten, als unrein vom Besuche der Tempel aus-geschlossen.

3. Merkwürdig und gewaltig sind die Bauwerke der Ägypter, dieältesten Denkmäler der Erde, unter denen besonders hervorragen:

a) die Pyramiden (noch gegen 40 in der Gegend von Memphis),die mächtigsten die drei (des Cheops, des Chephren und des