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tische Reich erhob sich unter einer Reihe von Königen, die in dem hundert-thorigen Theben ihren glänzenden Herrschersitz (Heiligtümer in Karnakund Luxor) hatten, auf einige Jahrhunderte zur ersten Weltmacht.Der König Tuthmosis III. (um 1580 v. Chr.) „setzte", wie seine Denk-mäler rühmen, „des Reiches Grenzen fest, wo es ihm beliebte". Ermachte Eroberungszüge nach den oberen Nilländern, wie nach Vorder-asien: bis jenseit des Euphrat huldigten ihm die Fürsten und zahltenTribut. Unter seinen Nachfolgern war Ramses U. der Große 1388 bis1322 (den mit seinem Vater Sethos I. die Griechen Sesostris nennen)der glanzreichste der Pharaonen. Er sicherte sich nicht allein den Besitzdes weiten Reiches durch siegreiche Feldzttge gegen die Äthiopen am oberenNil und nach Vordersten; er verherrlichte auch seine lange Regierungdurch Prachtbauten (Haus des Ramses, Felsentempel zu Abu Simbelin Nubien rc. rc.), deren übermenschliche Größe in Staunen setzt. Unterschwächeren Königen sank dann allmählich die Macht des ägyptischenReiches: die eroberten Länder fielen ab; ja um 730 wurde Ägyptenselbst eine Beute der Äthiopen, die über 50 Jahre das Land be-herrschten.
An einen der Nachfolger des Sesostris, den König Rampsinit, knüpft sichdie Dichtung von dem Diebstahle im königlichen Schatzhause.
3. Die Äthiopen wurden durch die Assyrer verdrängt, welche (672)Ägypten unterwarfen (8 5, L, 2) und durch tributzahlende Unterkönige(die sogenannten Dodekarchen) regieren ließen. Einer derselben,Psammetich zu Scüs, befreite (mit Hilfe ionischer und karischer Söldner)das Land von der Herrschaft Assyriens und machte sich durch Besiegungseiner Mitfürsten (das Orakel) zum Alleinherrscher von Ägypten (655).Indem er den Griechen und Phöniziern den Zugang nach Unterägyptenund die Ansiedelung gestattete, öffnete er das bisher abgeschlossene Landdem Weltverkehr. Sein Sohn und Nachfolger Nccho drang eroberndbis zum Euphrat vor, wurde aber von dem babylonischen Könige Nebu-kadnezar bei Circesium 605 zurückgeschlagen (§ 5, L, 3). Zur Förderungdes Handels suchte er (wie es schon Ramses II. beabsichtigt hatte) durcheinen Kanal das Mittelmeer mit dem Roten Meere zu verbinden, konnteaber das Werk nicht vollenden. Dagegen ließ er durch phönizische See-fahrer Afrika (vom Noten Meere aus) umschiffen (H 7). Sein Enkel(Apries) verlor den Thron an Amäsis, der friedlich regierte und dasLand durch Förderung des Handels zu großem Wohlstände erhob. Dochschon unter dessen Sohne Psammenit wurde Ägypten durch den Sieg