25
Pharao Tochter errettet und in aller Weisheit der Ägypter auferzogen.Es war Moses. Wegen Totschlages eines Ägypters, der einen Js-raeliten mißhandelt hatte, flüchtig, brachte er vierzig Jahre als Hirt inder Wüsteneinsamkeit des nördlichen Arabiens zu. Dort, am Berg'eHoreb, offenbarte sich ihm durch die Stimme aus dem brennendenBusche Jehova als der Gott Abrahams, Jsaaks und Jakobs und beriefihn, sein Volk aus Ägypten nach Kanaan zurückzuführen. Sein BruderAaron begleitete ihn vor den Pharao, der die Forderung, das Volk ziehenzu lassen, erst nach schwerer Heimsuchung seines Landes durch eine Reihevon Plagen erfüllte. Zum Gedächtnis des Auszuges (um 1320) wurdedas Passahfest (das Fest des Vorübergehens) eingesetzt.
2. Der nun folgende Zug durch die Wüste ist durch die erhabenstenErweisungen der göttlichen Macht und Huld verherrlicht: Gott selbst istder Führer seines Volkes, dem er am Tage in einer Wolkensäule, beiNacht in einer Feuersäule den Weg zeigt; Moses ist sein Knecht, derVollstrecker seiner Befehle. Die Wanderung dauert vierzigJahre, nichtwegen der Entfernung Kanaans, dessen Grenzen bald zu erreichen gewesenwären, sondem weil der Wüstenaufenthalt zu einer völligen Erneuerungdes widerspenstigei:, verderbten Geschlechts und zur festen Begründungseiner Volks- und Religions-Verfassung dienen sollte. Diese er-hielt das Volk durch die Gesetzgebung vom Sinai. Nach derselben bildetIsrael einen Gottes st aat (Theokratie): Gott ist sein alleiniger wahrerHerr und König, der es durch sein heiliges Gesetz selbst regiert. DerKern des Gesetzes sind die zehn Gebote. Die übrigen Teile desselbenregeln das Leben des Volkes im einzelnen, besonders treten die auf dasgottesdienstliche Leben bezüglichen Bestimmungen hervor; dennIsrael sollte „ein heiliges Volk, ein priesterliches König-reich" sein.
Die Ttiftöhütte, welche im Allerheil igsten die Bund eslade mit denGesetztafeln aufbewahrte, versinnbildete das Wohnen Jehovas, des unsicht-baren Königs, unter seinem Volke. Zur Pflege des Heiligtums war der StammLcvi ausgesondert: aus Aarons Geschlecht wurden die Priester genommen,welche die Opfer verrichteten; an ihrer Spitze der Hohepriester, der einmal imJahre in das Allerheiligste ging und das Versöhnungsopfer für das ganzeVolk darbrachte. Die Hauptscste des Jahres waren das Passahfest (zur Er-innerung an das schonende Vorübergehen des Herrn und an die Erlösung ausder Knechtschaft), das Pfing st fest (zur Feier der ersten Ernte und der Offen-barung Gottes am Sinai), das Laubhüttenfest (dem Andenken an dasZeltenleben der Wüste und dem Danke für den Genuß der Früchte des Landesgeweiht). Der große Versöhnungstag war das Fest der Wiedervereinigungdes für seine Sünden büßenden Volkes mit Gott. Der wöchentliche Sabbat