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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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knüpfte sich an das Schöpfungswerk an: er gehörte, ein Tag der Ruhe von Lllenirdischen Geschäften, einzig dem Herrn; im siebenten oder Sabbatjahreruhte alle Feldarbeit; das fünfzigste oder Jubeljahr (das Jahr nach siebenSabbatjahren) brachte die verkauften Grundstücke an die früheren Besitzer zurückund schenkte allen Knechteii die Freiheit. So wiesen alle Einrichtungen hinauf Gott, der sich als der allein wahre Herr und König das Volkund das Land zu feinem Eigentum erlesen hat.

8 11 .

Josua und die Richter.

1. Als das Volk im vierzigsten Jahre des Zuges die Grenzen Kanaanserreicht hatte, starb Moses, vor seinem Ende noch erquickt durch einenBlick in das Land der Verheißung. Josua wurde sein Nachfolger imHeerführeramte. Er eroberte den größten Teil des Landes und verteiltedasselbe unter die zwölf Stämme (von denen Rüben, Gad und derhalbe Stamm Manafse das Ostjordanland bereits von Moses erhaltenhatten). Der dreizehnte Stamm, das priesterliche Geschlecht Levi,blieb ohne Grundbesitz.

2. Indes war die Unterwerfung Kanaans noch keineswegs vollendet.Das Volk Israel hatte daher auch nach Josuas Tode noch zahlreicheKriege sowohl mit den nicht völlig unterdrückten Kanaanitern, als mitden Nachbarn, insbesondere mit den streitbaren Philistern, zu bestehen.Zu Führern in diesen Kämpfen erweckte ihm Gott eine Reihe von Helden,welche Richter hießen, weil sie, auch wenn der Friede errungen war, ander Spitze Israels blieben und das Recht handhabten. Unter ihnen ragenhervor: GidLon, der Überwinder der Midianiter, Jephtha, der nachBeilegung der Ammoniter seine Tochter dem Herrn opfert, Simson,der im Kampfe mit den Philistern eine übermenschliche Stärke entwickelt;vor allen ausgezeichnet Samuel, der letzte Richter. Er stellte die bürger-liche Ordnung her, bewirkte eine engere Verbindung der Stämme unter-einander und gründete zur lebendigeren Aneignung des göttlichen Gesetzesdie Prophetenschulen.

8 12 .

Die Könige Saul, David und Salomo.

Der Richterperiode, dem Heldenzeitalter der Hebräer, folgt dieZeit der Könige. Um bei der fortdauernden Bedrängnis durch dieNachbarvölker die einzelnen Stämme fester zu vereinigen, verlangte das