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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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Volk Israel von Samuel die Salbung eines Königs, wie ihn die andernVölker hätten. Samuel, anfangs widerstrebend, willfahrte endlich feinemBegehren und salbte des Kis Sohn Saul aus dem Stamme Benjamin.

1. Saul erwarb sich durch Siege über die Ammoniter die allgemeineAnerkennung seiner Königswürde, kämpfte rühmlich gegen die Philisterund andere Feinde, ward aber dann dem Herrn ungehorsam, indem erdessen Befehl, die überwundenen Amalekiter samt ihrer Habe vollständigzu vernichten, nicht durchführte. Daher erklärte ihm Samuel:Weil dudes Herrn Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen" und salbteinsgeheim den Sohn Jsais, den Hirtenjüngling David aus Beth-lehem vom Stamme Juda, zum zukünftigen König von Israel.Dieser ward darauf Sauls Harfenspieler und Waffenträger, erwarb sichRuhm durch Beilegung des riesenhaften Philisters Goliath, erregte aberdadurch des Königs Eifersucht und fand nur Rettung in der Flucht.Saul selbst endete in einer unglücklichen Schlacht gegen die Philister amGebirge Gilboa: nachdem ihm drei Söhne (unter ihnen der heldenmütigeJonäthan) gefallen waren, stürzte er sich verzweifelnd in sein Schwert.

2. David folgte ihm in der Regierung. Er eroberte von den Jebu-sitern die Stadt Jerusalem und erhob sie zur Hauptstadt des Landes,in welcher er sich die Burg Zion als Königssitz erbaute. Die Kriegemit den Philistern beendete er glücklich, und durch siegreiche Kämpfe mitden übrigen Nachbarvölkern erweiterte er das Reich bis nach Damaskusund bis zum Roten Meere. Die Empörung seines Sohnes Absälomführte zu dessen Untergänge. Die ganze vierzigjährige Regierung Davidswar wohlthätig für Israel. Er entfaltete auf dem Throne alle Herrlich-keit eines Königs, aber auch alle Tugenden einesMannes nach demHerzen Gottes". Tiefer Fall führt ihn zu tiefer Buße, echte Demut ziertihn im Glück, ergeben in Gottes Willen trägt er das Unglück. Und allenfrommen Empfindungen seiner Seele weiß er in heiligen Gesängen Aus-druck zu geben, welche nicht allein als köstliche Denkmale unvergleichlicherhabener Dichtung in dem Volke lebten und dessen Gottesdienste schmückten,sondern auch als göttliche Offenbarung den Büchern des Gesetzes,dessen Inhalt sie verklärten, unter dem Namen der Psalmen eingereihtwurden. So erscheint er, wie Moses, als auserlesenes Werkzeug, alsKnecht Gottes, so galt er dem Volke als das Muster eines Königs, derden vollendeten König der Zukunft vorbildete.

3. Sein Sohn Salomo regierte ebenfalls vierzig Jahre. Er hielt damit auf das dereinstige ewige Friedensreich hindeutendden Frieden aufrecht, so daßJuda und Israel sicher wohnten, ein