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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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Orakels, seinem Vaterlands Gesetze. Dieselben waren nicht alle neu, son-dern zum Teil nur Befestigung alter Einrichtungen.

Das Land wurde in 39000 unveräußerliche Lose geteilt, von denen

a. die Spartiaten d. h. die herrschenden Dorier 9000 größere,

b. die Periöken (auch Lacedämonier im engeren Sinn) d. h. dieunterworfenen Achäer (welche keinen Anteil an der Regierung hatten)30000 kleinere gegen Zinsabgaben erhielten, während

e. die Helöten als Knechte des Staates den Spartiaten das Landbauen mußten.

Die Staatsverfassung war aristokratisch; die Staatsgewaltenwaren:

a. die zwei Könige, ein Proklide (Eurypontide) und ein Eurysthenide(Agiade), welche den Heeresbefehl hatten und das höchste Priestertumbekleideten; neben ihnen

d. die Gerusla, der Rat der 28 Alten (die wenigstens 60 Jahrezählten und auf Lebenszeit gewählt wurden);

e. die Volksversammlung, an der alle Spartiaten nach zurück-gelegtem 30. Jahre teilnehmen durften;

ä. die 5 Ep hören, welche die — später immer weiter ausgedehnte —Befugnis erhielten, als Vertreter des Volkes die Handhabung derGesetze zu beaufsichtigen und jedes Überschreiten der Ordnung seitensder Beamten zu rügen.

In den Spartanern sollte vor allem Gemeinsinn und kriege-rische Tüchtigkeit geweckt werden; daher die Stadt ohne Mauern,gemeinsame Mahlzeiten der Männer (Syssitien mit der schwarzen Suppe),Beschäftigung: Jagd und Kriegsübung (Sparta ein Kriegslager); keineReisen ins Ausland und kein längerer Aufenthalt Fremder in Sparta,kein Aufwand in Kleidung und Wohnung, der Besitz von Gold undSilber verboten, eisernes Geld; strenge Erziehung der Jugend (vom 7.Lebensjahre an) unter der Aufsicht des Staates; Abhärtung und Übungdes Körpers, Gewöhnung an Gehorsam und Entbehrung, an Hochachtung,gegen das Alter, an knappe, treffende (lakonische) Rede. — Nach feier-licher Einführung seiner Gesetze verließ Lykurg Sparta und starb imAuslande.

2. Die durch Lykurgs Gesetze gewonnene Kraft bewährten die Spar-taner zunächst in den

zwei messenischen Kriegen.

Im ersten Kriege (743—724) eroberten sie nach wiederholten Ein-fällen in Messenien die von Aristodemus verteidigte Bergfeste Jthöme.