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Persische Herolde, die .Erde und Wasser" fordern, in Athen und Spartaverhöhnt und getötet. — Der aus Athen vertriebene Tyrann Hippias beimKönig.
d. Der zweite Zug, unter Datis und Artaphcrncs 490.
Die Perser eroberten und zerstörten Eretria (durch Verrat), wurdenaber dann von den Athenern unter der Anführung des Miltiädesin der Schlacht bei Marathon besiegt.
Der Zug der Perser, zunächst gegen Mittelgriechenland gerichtet, nahmdiesmal, abweichend von der vorhergehenden Heerfahrt, den gefahrlosen Wegdurch die Inselgruppen des azoischen Meeres (von Samos über Naxos undDelos, die sich unterwarfen) nach Euböa. Nach der Zerstörung Eretrias(dessen Bewohner in das Innere des Perserreiches verpflanzt wurden)ging das persische Heer — 100000 Mann zu Fuß und 10000 Reiter —nach Attika hinüber und lagerte sich, einige Stunden nordöstlich von Athen,in der Küstenebene von Marathon, welche der bei dem Zuge befindliche Hip-pias als die günstigste Örtlichkeit für die Reiterei bezeichnet hatte. Die Athenerschickten Hilfe begehrend einen Schnellläufer (Phidippldes) nach Sparta; aberdie Spartaner erklärten, daß sie eines Festes wegen nicht vor Vollmond (d. h.erst nach 10 Tagen) ins Feld rücken könnten. So zogen die Athener allein,9000 (schwerbewaffnete) Bürger unter dem Polemarchen Kallimächus undzehn Feldherren (Miltiädes, Themistökles, Aristides rc.), die an-fangs täglich im Oberbefehl wechselten, ins Feld, vor dem Kampfe durch denZuzug von 1000 Platäern verstärkt, die den äußersten linken Flügel einnahmen.Nachdem die übrigen Feldherren ihren Anteil am Oberbefehl zugunsten des Mil-tiades aufgegeben, führte dieser am 12. September, dem Tage, da der Ober-befehl der Reihe gemäß an ihn gekommen, das Heer zur Schlacht. Die Grie-chen (welche keine Reiterei hatten) stürzten auf seinen Befehl im Lauf auf dieSchlachtreihe der Feinde los. Doch diese hielten im Mitteltreffen, wo ihre Kern-truppen (namentlich die eigentlichen Perser) standen, den Stoß aus und drängtendort die Griechen zurück; auf den beiden Flügeln aber siegten die Griechen,wandten sich dann vereint auf das feindliche Centrum und brachten es zumWeichen. Die fliehenden Perser stürzten nach dem Meeresstrande, um sich aufdie Schiffe zu retten; in die Sümpfe gedrängt, fielen sie massenweise; dochwurde auch der tapfere Polemarch Kallimachus (und der Bruder des Dich-ters Äschhlus) im Kampfe getötet; die Griechen erbeuteten das ganze persischeLager und 7 Schiffe. Die übrige feindliche Flotte fuhr nach dem VorgebirgeSuniuni, um einen Angriff auf die Stadt Athen zu machen. Als aber diePerser das von Marathon zurückgekehrte Griechenheer zu neuem Kämpfe bereitunweit Athen gelagert sahen, gaben sie die Landung auf und kehrten nach Asienheim. Auf der Rückfahrt starb der alte Hippias. In der Schlacht waren 6400Perser, 192 Griechen gefallen. Das von den Spartanern gesandte Hilfsheererschien erst am Tage nach dem Siege und pries bei Beschauung des mara-thonischen Schlachtfeldes die Tapferkeit der Athener.
Miltiädes, der Sieger von Marathon, hatte ein trauriges Ende:wegen eines mißlungenen Zuges gegen die Insel Paros in eine un-