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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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47
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erschwingliche Geldbuße verurteilt, starb er, an einer vor Paros er-haltenen Wunde, in Haft. Nach seinem Fall traten zu Athen The-mistökles und Aristides an die Spitze des Staates.

Thcmtstöklcs bekümmert sich schon in früher Jugend um Staatsangelegen-heiten verschmäht die Kunst des Zitherspiels lenkt durch Freigebigkeitdie Aufmerksamkeit auf sich kennt die einzelnen Bürger mit Namen undnimmt sich ihrer Angelegenheiten vor Gericht an wird durch seine Be-redsamkeit in der Volksversammlung einflußreich die Trophäen des Miltiadeslasten ihn nicht schlafen er erkennt die Notwendigkeit, Athen zu einer See-macht zu bilden.

Aristides, des Themistokles Gegner, zeigt seine Uneigennützigkeit durch frei-willige Armut wegen seiner Unparteilichkeit als Richter derGerechte" ge-nannt schreibt sein eigenes Verbannungsurteil auf die Scherbe.

Als Aristides (durch den Ostracismus) verbannt war, bewirkte The-mistökles die Erbauung einer Flotte (aus den Erträgen der Silber-bergwerke von Laurium), der Griechenland seine Rettung, Athenseine Größe verdanken sollte.

3. Der dritte Zug, unter Ferxes 480.

Die Perser machten noch unter Darms neue Rüstungen gegen Griechen-land, die unter seinem Nachfolger Xerxes fortgesetzt wurden. Miteiner Streitmacht, wie sie die Welt noch nicht beisammen gesehen,trat dieser den Zug an.

Herodot berechnet das Landheer auf 1700000 Fußgänger und 80000 Reiter,ein anderer Geschichtschreiber zählt (wohl richtiger) 800000 Mann; die Flottebestand aus 1207 Kriegsschiffen (Trieren, Dreideckern), wozu noch 3000 Trans-portschiffe kamen.

Die Landenge, welche die Halbinsel des Athos mit dem Festlandeverbindet, wurde durchgraben, zweimal Brücken über den Hellespontgeschlagen. Nach dem Übergänge über die Meerenge (in 7 Tagen)drang das Landheer durch Thrazien und Macedonien in Thessalienein, und viele griechische Staaten gaben den vorausgesandten Herol-den des Perserkönigs Erde und Wasser. Nur Athen (mit den böo-tischen Städten Platää und Thespiä) und Sparta (mit den ihmverbundenen peloponnesischen Städten) vereinigten sich zum Wider-stände; Sparta erhielt den Oberbefehl. Um die Nordgrenze desLandes zu verteidigen, wurde eine Kriegsschar nach dem Tempethalentsandt, die aber bald zurückkehrte, da dieser Platz sich als unhalt-bar erwies. Dann besetzte ein griechisches Heer von 6200 Mannunter dem Spartanerkönig Leonkdas den Engpaß von Thermo-pylä, der zwischen dem Ötagebirge und dem sumpfigen Meeres-strande den einzigen Eingang aus Thessalien nach Hellas bildete; die