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ihm beherzt entgegentreten, im Vertrauen auf den Beistand derGötter und Heroen, deren Wohnungen und Bildsäulen er, der Frevler,verbrannt hat." Den Spartanern aber, welche das Zustandekommen des Ver-gleichs gefürchtet, antworteten sie: „Die Furcht ist schimpflich, da ihr die Ge-sinnung der Athener kennet, daß wir nicht um alles Gold in der Welt,nicht um das sch önste und allertrefflich sie Land medisch würden undHellas in die Knechtschaft brächten. Denn wir sind mit dem Hellenenvolk vongleichem Blut und gleicher Sprache, wir haben dieselben Göttertempelund Opfer, dieselben Sitten. Und diese sollten die Athener verraten? Wisset:so lange noch ein einziger Athener am Leben ist, werden wir mit dem Lerxesuns nicht verbinden."
b. Mardonius fiel 479 in Hellas ein, verheerte Attika und zerstörtedas abermals von seinen Bewohnern geräumte Athen, wurde dannaber in der großen Schlacht bei Platiiä (300000 Perser gegen110000 Griechen) von dem Spartaner Pausanias und dem AthenerAristides geschlagen und getötet. An demselben Tage besiegten dieGriechen unter dem Spartaner Leotychides und dem AthenerXanthippus die persische Flotte am Vorgebirge Mykäle (inJonien).
4. Erhebung Griechenlands durch diese Kämpfe; Athen, unter The-mistokles wieder aufgebaut, trotz des Widerspruchs der Spartaner miteiner starken Ringmauer umgeben, erweitert und befestigt durch die An-legung des Piräeus, wird die erste Seemacht. Freiheitliche Weiter-bildung der athenischen Verfassung: auch der vierten solonischen Ver-mögensklasse, den Theten, wird auf Antrag des Aristides die Berechtigungzu allen Staatsämtern verliehen. Der bisherige Verteidigungs-krieg gegen die Perser geht in Angriffskrieg über. Pausaniaserobert Cypern (größtenteils) und Byzanz (den Schlüssel des SchwarzenMeeres). Allein wegen seines Übermuts schließen sich die Inseln undKoloniem an Athen an, das nun die Hegemonie zur See (Bundes-kaffe auf Delos, delischer Bund) erhält, während Sparta von der Be-teiligung am Kriege sich zurückzieht.
Cimvn, des Miltiades Sohn, schlägt die Perser zu Wasser und zuLande 405 am Flusse Eurymedon (in Pamphylien), und nach demSiege seiner Truppen bei Salamis auf Cypern 449 hört der Kriegohne förmlichen Friedensschluß auf. Die kleinasiatischen Griechen wurdendurch diese Siege von der persischen Herrschaft frei.
Pausanias tritt mit den Persern in verräterische Unterhandlungen — wirdzurückberufen — setzt seinen Verrat von Sparta aus fort, wird entdeckt — stirbtin einem Tempel, wohin er sich geflüchtet hatte, den Hungertod.
AndrL, Grundriß der Weltgeschichte. 4