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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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Flotte (unter dem Spartaner Eurybiädes) nahm ihre Stellungam Vorgebirge Artemisium, der Nordspitze von Euböa. In derSchlacht bei Thcrmopylä hielt Leonidas den übermächtigen Feind(dessen Pfeile das Sonnenlicht verdunkelten) in zweitägigem tapferenKampfe auf und warf selbst die Schar der „Unsterblichen" zurück;dann aber, als infolge der Verräterei des Ephialtes die Perser aufeinem Fußsteig über den Öta ihn zu umgehen drohten, entließ eram dritten Morgen die Hauptmasse des Heeres und starb, um dessenRückzug zu decken, mitten in die Feinde einbrechend, mit seinen 300Spartiaten (und 700 Thespiern) „den Gesetzen gehorsam", denHeldentod fürs Vaterland. Die griechische Flotte, welche unterdessenbei Artemisium rühmlich, aber entscheidungslos gekämpft hatte,zog sich nun in den saronischen Meerbusen zurück und stellte sich beider Insel Salamis auf. Lerxes aber rückte mit seinem Land-heere ungehemmt in Hellas ein, verwüstete Attika und verbrannte dieStadt Athen, deren Bewohner (durch das Orakel auf die „höl-zerne Mauer" hingewiesen) den teuren Boden der Heimat um derFreiheit willen geräumt hatten und an Bord der Schiffe gegangenwaren. Hierauf bewog Themistoklcs durch eine List den Perserkönig,die griechische Flotte (deren Führer uneinig) zu umschließen, so daßdie Schlacht (an der auch der aus der Verbannung zurückkehrendeAristides teilnahm) unvermeidlich wurde. Sie verschaffte denGriechen den glänzenden Seesieg bei Salamis.

Die Schlacht bei Salamis geschah am 20. September. Es kämpften878 griechische Schisse, von denen 200 aus Athen kamen. Die Perser zähltennoch etwa 900 Schiffe. Sie fochten unter den Augen des Terxes, der von einemFelsensitz am attischen Ufer der Schlacht zusah, ohne Plan und Ordnung, sich ausihre Masse verlassend; ihre Schiffe waren vollgefüllte schwimmende Häuser ohnefreie Bewegung, die bald in Verwirrung gerieten. Es wurden über 200 der-selben im Kampfe vernichtet; die Griechen verloren nur 40 Schiffe.

Lerxes kehrte mit der Hauptmasse seines Heeres, das auf dem Heim-weg durch Mangel und Krankheiten schwer zu leiden hatte, über denHellespont nach Asten zurück; doch ließ er zur Fortsetzung desKrieges den Mardonius mit 300000 Kerntruppen in Thessalien über-wintern.

Um die Athener auf die Seite der Perser zu ziehen, ließ ihnen Mar-donius Erhaltung ihrer Unabhängigkeit, Erweiterung ihres Gebiets undWiederaufbau ihrer Stadt anbieten. Die Athener aber gaben die hochherzigeAntwort: „Die Freiheit ist unsere Losung, und wir werden siestets verteidigen. So lange die Sonne ihre Bahn wandelt, wer-den wir mit dem Xerxes einen Vergleich nicht eingehen, sondern