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Der zweite punische (hannibalische) Krieg 218—201.
Um sich für die erlittenen Verluste zu entschädigen, suchten die Kar-thager das silberreiche Spanien sich zu unterwerfen. HamilkarBarkaseroberte durch glückliche Kämpfe ein beträchtliches Gebiet im Süden undOsten des Landes. Sein Schwiegersohn Hasd rub a l, der ihm im Heeres-befehl folgte, setzte die Eroberungen fort und gründete als Stützpunktder karthagischen Macht die Seestadt Neu-Karthago (Cartagena). DieRömer, besorgt wegen dieser Erfolge der Karthager, bestimmten ihnen denEbro als die nördliche Grenze ihrer Gebietserweiterungen und nahmendie weiter südwärts gelegene (griechische) Stadt Sagunt in ihren be-sonderen Schutz. Als aber nach Hasdrubals Tod (durch Meuchelmord)der (fünfundzwanzigjährige) Sohn Hamilkars, Hannibal (welcher schonals Knabe von 9 Jahren unversöhnliche Feindschaft gegen die Römer ge-schworen hatte) vom karthagischen Heere zum Oberbefehlshaber erhobenworden war, griff er Sagunt an und eroberte nach achtmonatlicher Be-lagerung die Stadt. Daher erklärten die Römer an Karthago den Krieg.
1. Kampf in Italien. Hannibal ging (mit 60000 Mann und37 Elefanten) über die Pyrenäen und (in 15 Tagen) über die Alpen(über den kleinen St. Bernhard) und kam mit 26000 Mann (20000 zu Fußund 6000 Reitern) in Italien an. Er besiegte 218 den Scipio in demReitertreffen am Tictnus und den Sempronius an der Trebia inOberitalien. Dann rückte er über den Apennin in Etrurien ein und schlugden C.Flaminius völlig in der Schlacht am trasimenischen See 217.Doch zog er nicht sofort auf das erschreckte Rom los, sondern an derKüste des adriatischen Meeres hinab in das südliche Italien, um dieUnterthanen der Römer zum Abfalle zu bewegen, während der DiktatorFabius Maximus der Zauderer (Ounetator) seinem Zuge wie eine„Wetterwolke" auf den Höhm folgend, doch jede offene Schlacht vorsichtigvermeidend, als „Roms Schild" Hannibals Fortschritte hemmte, ihn so-gar einmal durch Verlegen des Weges in eine Gefahr brachte, aus welchersich der Punier nur durch eine Kriegslist rettete. Den verwegenen Reiter-obersten Minucius schützte Fabius durch rechtzeitige Hilfe vor Vernichtung.Seine Nachfolger im Oberbefehle aber, die Konsuln Ämilius Paullusund Terentius Varro', schlug Hannibal in der Schlacht bei Cannä216gänzlich: 70000 Römer, unter ihnen Ämilius Paullus, deckten das Feld,nur einige Tausend mit Varro entkamen.