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mehreren anderen deutschen Völkern, brachen (166) über die Donau indas römische Gebiet ein, das der Kaiser Marcus Aurelius in vier-zehnjährigem Kampfe gegen sie mit wechselndem Erfolge verteidigte (§ 54).Sein Nachfolger Commödus erkaufte von ihnen den Frieden (180).
6. Zu weiteren Unternehmungen gegen das römische Reich entstandendann im dritten Jahrhundert unter den deutschen Stämmen vier großeVölkcrdündnisse:
а. die Alemanne», vom Main auswärts bis an den Vodcnsee;
d. die Franken, am Mittel- und Niederrhein;
e. die Sachsen, östlich von den Franken bis an die Elbe;
б. die Goten, im Osten Deutschlands.
Diese Völkervereine machten fortwährend Einfälle in das römischeReich. Die Alemannen nahmen das Zehntland in Besitz und brachenin Gallien ein (Schlacht bei Straßburg 357); die Franken suchten durchRaubzüge das nördliche Gallien heim; an den Küsten der Nordsee bisnach Gallien und Britannien machten sich die Sachsen durch Seeraubfurchtbar. Die Goten dehnten sich bis zum Schwarzen Meere und zumDon aus. Sie teilten sich in die Westgoten (in Dacien) und die Ost-goten (am Schwarzen Meere).
II. Die Völkerwanderung.
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Die Hunnen.
Unter Hermanrich erstreckte sich in der Mitte des vierten Jahr-hunderts die Herrschaft der Goten von der Wolga und dem SchwarzenMeere bis zur Oder und Ostsee. Jin Jahre 375 kamen jedoch dieHunnen, ein wildes Nomadenvolk (mongolischen Stammes) aus Mittel-asien über die Wolga, unterwarfen die (halbgermanischen) Alanen (zwischenWolga und Don), besiegten die Ostgoten, deren König, der 110jährigeHermanrich, sich selbst den Tod gab, und bedrängten die Westgoten inDacien. Diese (unter Fritigern) erhielten vom Kaiser Valens Aufnahmeauf dem rechten Donauufer. Aber nicht wie freie Männer, sondern wieelende Knechte von den römischen Beamten behandelt, griffen sie zu denWaffen und schlugen in der Schlacht bei Adrianopel 378 denValens, der auf der Flucht umkam. Des Valens Nachfolger, der KaiserTheodosius, schloß Frieden mit ihnen und gab ihnen Wohnsitze inThrazien.