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(Mohammeds Schwiegersohn) eroberten Persien (das Reich der Sasseniden), Syrien, Palästina, Ägypten und die Nordküste von Afrika.
Unter den Kalifen aus dem Hause der Ommaijaden (661—750),welche die Residenz von Medina nach Damaskus verlegten, wurde dasbyzantinische Kaiserreich in Europa angegriffen und Konstantinopel nurdurch das griechischeFeuer gerettet, mehrere Inseln des Mittelmeereserobert, im Osten die Grenzen der Herrschaft über den Indus ausgedehnt,durch den Feldherrn Musa die Mauren in Afrika bezwungen und nachTariks Sieg bei Leres de la Frontera 711 (Z 69, 2) fast ganzSpanien unterworfen. Dagegen wurde der Angriff des spanischen Statt-halters Abderhaman auf das Reich der Franken durch die Nieder-lage bei Tours und Poitiers 732 (Z 70, 2) vereitelt. Nach demSturze der Ommaijaden, die sich jedoch in Spanien hielten (wo Abder-haman 756 ein unabhängiges Kalifat in Cordöva gründete, vgl. tz 81),folgte
das Haus der Abbasiven (750), welche in der neuerbauten Pracht-stadt Bagdad am Tigris residierten. Unter dem Kalifen Harun alNaschid um 800 und seinen nächsten Nachfolgern erhob sich das Reichzu großem Glänze: Künste und Wissenschaften wurden eifrig gepflegt,Handel und Gewerbefleiß blühten. Aber bald begann sein Verfall. DieKalifen, in Weichlichkeit und Üppigkeit versunken, wurden durch ihretürkische Leibwache ein- und abgesetzt, deren Anführer (Emir alOmra) alle weltliche Macht (Emirat) an sich riß und dem Kalifen nurdie Würde des geistlichen Oberhauptes ließ.
1058 erhielt das türkische Geschlecht der Scldschuckcn die Emirwürde. Siebreiteten ihre Herrschaft von Kleinasien bis an die Grenze von China aus. Die-selbe zerfiel aber bald wieder in mehrere kleinere Reiche (das von Jkonimn oderRum in Kleinasten das mächtigste derselben). 1258 wurde nach der Eroberungvon Bagdad durch die Mongolen dem Kalifat und der Seldschuckenherrschaftein Ende gemacht (Z 93, 3).